Samstag, 21. Januar 2012

Zombiechutney mit Tofu-Sesam-Streifen

Sollte sich jemand über den Namen dieser fruchtigscharfen Soße wundern (sofern sich hier überhaupt noch irgendwer jemals über irgendwas wundert), dem sei erklärt, dass ich immer, immer, IMMER! wenn ich das Wort „Cranberries“ lese, an die gleichnamige irische Band denken muss und sich umgehend deren Hit „Zombie“ in meine Gehirnwindungen eingräbt. Dieser Automatismus lässt sich durch nix verhindern und so stand ich auch beim Rühren dieser Soße natürlich auch mal wieder laut „In your heeeeeead, in your he-he-he-head...“ trällernd am Herd.

Aber zurück zum Wesentlichen – dieses Chutney und ich, wir hatten irgendwie einen schweren Start. Nachdem ich unbedingt mal was mit Cranberries machen wollte („Zombie, Zombie, Zombie-hie, eh-eh-eh...“ ach Mist!), weil mich diese frischen roten Beeren mal mehrmals beim Gemüsehändler durch die Aufschrift „Eat me! I'm delicious!“ geradezu zum Kauf genötigt haben, schwebte mir dafür eine hübsche rote Soße als Verwendung vor. Mangels Cranberry-Erfahrung („What's in your heeeead...in your hee-he-he...MANNO!!!!“) war ich mir aber unschlüssig, ob „scharf“, „süss“ oder „fruchtig“ am besten passt und hab' vorsichtshalber gleich mal alle Geschmacksrichtungen in den Pott geknallt. Viel hilft viel. Das Ergebnis fand ich im ersten Anlauf irgendwie grenzwertig und deswegen standen die Gläser mit dem Zombiechutney erstmal ein paar Tage ratlos in der Küche rum, bis sich der Herzmann in der Annahme, es handele sich hierbei um Marmelade, unbedarft sein Rosinenbrötchen damit beladen hat und es äußerst köstlich fand (was mich zwar überraschte, aber bitte. Jedem sein Himmelreich, nech?).

Ich bin nach wie vor unschlüssig, wie genau ich dieses Chutney nun finden soll, aber Fakt ist – es passt irgendwie ganz gut zu gebratenen Tofu-Sesam-Streifen. Und wohl auch auf Rosinenbrötchen. Zu weiteren Tests fehlt mir bislang der Mut.

Zombiechutney-Zutaten:
350 gr. frische Cranberries (....“and their bombs and their guns...“)
1 säuerlicher Apfel
200 ml. Wasser
80 gr. Agavendicksaft
1 Bio-Orange
10 gr. Ingwer, frisch
1 Prise Salz
½ Teel. Chilipulver

Die Beeren waschen, den Apfel würfeln (wer mag, kann ihn auch schälen, ich find's aber unnötig) und zusammen mit dem Wasser und dem Agavendicksaft in einen Topf geben und aufkochen.


Die Schale der Orange vorsichtig mit einem Sparschäler abschälen und ebenso wie den Ingwer fein hacken, die Orange auspressen und alles in den Topf geben. Nun das Chutney auf kleiner Flamme so lange köcheln, bis die Beeren und die Apfelstücke zerfallen sind und der Topfinhalt eine Art Kompott ergibt. Mit Salz und Chilipulver abschmecken, noch einmal kurz aufblubbern lassen und in heiß ausgespülte Schraubgläser geben. Sofort verschliessen und abkühlen lassen.


Für die Tofu-Sesam-Streifen 1 Block Naturtofu in Streifen schneiden und mit Sojasoße marinieren. Etwas Maisstärke mit Wasser anrühren, so das eine zähflüssige Soße entsteht. Die Tofustreifen durch die Stärkewassermischung ziehen und mit Sesam panieren (Sesam gut andrücken!) Dann in heißem Kokos-oder Sonstigem-Öl knusprig braten.

Tja – und was genau sonst noch mit diesem Chutney machen wollt, bleibt euch überlassen. Besonders verwegene Leckerschmecker könnten es ja auch mal als Zugabe zu einem exotischen Obstsalat versuchen – oder zu Gemüsecurrys. Schick im Glas verpackt ist das Zombiechutney auch ein prima Mitbringsel für Freunde. Den Mutigen gehört die Welt! 

Dienstag, 6. Dezember 2011

Linsen-Ironman-Salat

Irgendwann bin ich mal in den Weiten der Bloggosphäre über den "Cronometer" gestolpert, mit dem einige (Vegan-)Blogger ihre Nahrung protokollieren. Wenn man dort also brav seine Futtereien einträgt, errechnet der Cronometer dazu Nährstoffe, Kalorien und sonstigen Schnickschnack und man kann prima überprüfen, ob man den nun auch genug Proteine und Kalzium futtert. 
Grundsätzlich bin zwar eher skeptisch, wenn irgendein ominöses Programm behauptet, meinen Energiebedarf zu kennen und überhaupt finde ich es extrem unsexy, jeden Bissen den man verspachteln möchte, erstmal abzuwiegen und irgendwo einzutragen. Aber als kleine Gedankenstütze ist das Tool manchmal ganz nett, und deswegen benutze ich ihn hin und wieder ganz gerne - und in den letzten Tagen hat mir Herr Cronometer mehrmals am Ärmel gezupft und "Hey, Frollein, Du könntest ruhig mal wieder'n büschen für Deinen Eisenspiegel tun, ständig nur Spekulatius, Zimtsterne und Marzipan futtern bringts nicht auf Dauer!" geplärrt. Um dem Schreihals das Maul zu stopfen, eignen sich zum Beispiel Linsen ganz prima. Zitrone ist ja auch immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen geht, dazu noch Petersilie und rote Paprika und schon darf man mich "eiserne Lady" nennen. Wenn man möchte.

Dieser Linsensalat ist flott gemacht (wenn man zufällig schon einen Pott gekochter Linsen im Kühlschrank stehen hat), hält sich kaltgestellt ein paar Tage und ist gut mit Feldsalat und/oder Kartoffeln kombinierbar. und eignet sich sicherlich auch als Beilage für Grillparties, sollte irgendwann mal wieder ein Sommer kommen. Optisch ist der Salat zwar (wie so ziemlich alles, was mit Linsen zu tun hat) nicht unbedingt die Augenweide schlechthin, aber gerade in diesem Fall kommt es ja nun wirklich auf die inneren Werte an.

Linsen-Ironman-Salat
600 gr. gekochte braune Linsen
2 Eßl. Tomatenmark (ich nehme ich das scharfe mit Chili)
2 Eßl. Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 Frühlingszwiebel
1 Bund glatte Petersilie
1 gute Handvoll Walnusskerne (ca. 40-50 gr.)
ca .50 gr. Sonnenblumenkerne
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 rote Spitzpaprika

Tomatenmark, Öl und Zitrone glattrühren und mit den Linsen vermischen. Frühlingszwiebel, Walnüsse und Petersilie hacken, Paprika würfeln und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter die Linsen rühren. Reichlich mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen und lecker finden. Und schon hält der Cronometer seine vorlaute Klappe.

Und wenn man dann irgendwann keine Linsen mehr sehen kann, kann man einen ähnlichen Salat aus Hirse zusammenbasteln - hier nehme ich allerdings nur 500 gr. (gekochte Hirse), lasse Walnüsse und Sonnenblumekerne weg und mische noch ein Glas Kichererbsen dazu. Volle Eisenkraft voraus!


(P.S. - Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, geschweige denn Ernährungsberater, ich will mir auch gar nicht anmaßen, für den Cronometer eine Empfehlung auszusprechen...Infos zum tatsächlichen Eisenbedarf eines Menschen sowie entsprechende Studien und Meinungen gibt's im Netz zuhauf. Bei mir gibt's bloss Rezepte und einen vollen Teller, sonst nix).

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Update "Casheesio"

Wie bereits in diesem Beitrag  (klick!) ausschweifend beschwafelt, esse ich derzeit tagaus, tagein einen leckeren Frischkäse auf Cashew-Sauerkrauftsaftbasis, der mit einem probiotischen Pulver hergestellt wird. Die Resonanz auf den Vorschlag einer Großbestellung dieses Pulvers beim Hersteller im letzten Beitrag war eher verhalten, was vermutlich u.a. daran liegen könnte, dass die vegane Reinheit dieses Pulvers aufgrund des Nährmediums der Bakterien angezweifelt werden könnte. Nun ja, auf einen ausschweifenden Produkt-Anfrage-Firlefanz hatte ich irgendwie keine Lust, stattdessen habe ich Herrn Google zur Audienz gebeten und mal in den Tiefen des Internets nach einer Alternative für dieses Pulver gesucht. Und siehe da...die Alternative lautet: Ich lasse das Pulver einfach weg. Bäm!
Es gibt bei Käse sowie bei Joghurt wohl die Möglichkeit der sog. "wilden Fermentation", bei der sich die Milchsäurebakterien aus der Luft im Käse ansiedeln und sich da brav vermehren. Ähem. Oder so ähnlich. Und da Sauerkrauftsaft (oder Rejuvelac) an sich auch schon Milchsäurebakterien enthalten, habe ich mal einen Versuch ohne Pulver gewagt und das Ergebnis kann sich schmecken lassen. Ein wenig bangbüxig habe ich beim Erstversuch den Käse nur 24 statt 48 Stunden bei Zimmertemperatur reifen lassen, im Ergebnis war die Masse insgesamt dann ein wenig cremiger als der pulverisierte Käsebruder....aber geschmacklich war kein Unterschied. Nach ca. 1,5 Wochen im Kühlschrank ist der Casheesio mittlerweile genauso fest wie den Käse, den ich mit probiotischem Pulver angesetzt habe...also...probiotisches Pulver? Brauchmanitt! Guten Hunger ;)


Sonntag, 20. November 2011

Kappesdorjenander (klingt komisch, ist aber so)

Zur Weißkohlsaison gab es bei uns zuhause öfter ein deftiges Gericht mit dem äußerst klangvollen Namen "Kappesdorjenander" - "Kappes" ist natürlich "Kohl" und "Dorjenander" lässt sich 1:1 mit "Durcheinander" übersetzen, was schon ziemlich deutliche Prognosen zur Anrichteweise dieser rheinischen Spezialität zulässt (wobei ich mir gerade gar nicht sicher bin, ob es sich hier wirklich um eine "rheinische Spezialität" handelt oder eher um eine Spezialität meiner Mama, aber das ist im Grunde ja auch wurscht. Hauptsache lecker.)

Eigentlich wird für Kappesdorjenander einfach bloss Kartoffelpüree mit Weißkohl und jeder Menge durchwachsenem Speck verrührt, gründlich gewürzt und mit einer großen Kelle aus dem Topf auf den Teller geklatscht. Bautz! Allein schon aus ästhetischen Gründen wird dieses Gericht deshalb vermutlich niemals auf den Karten erlesener Sternerestaurants zu finden sein, aber ich persönlich steh' besonders zur kalten Jahreszeit total auf so ein schlotzig-deftiges Gemansche und kann da auch mal großzügig über die fehlende Anrichteschönheit hinwegsehen.

Nachdem ich nun einen Sack Kartoffeln und zwei Köppe Weißkohl aus dem elterlichen Garten abgestaubt habe, ist es nun an der Zeit für eine rein pflanzliche Version meines Kindheitsklassikers. 

Zutaten für 2-3 hungrige Esser (oder auch notfalls ganz für mich alleine):
ca. 850 gr. Kartoffeln (geschält gewogen)
1 kleiner Kopf Weißkohl (ca. 550 gr.ohne Strunk und äußere Blätter, fertig geputzt gewogen)
1 Block Räuchertofu (175 gr.)
2 kleine Zwiebeln
250 ml. Hafersahne
Öl (mein Allzeit-Favorit: Rapsöl mit Buttergeschmack von der Teutoburger Mühle)
Salz, Pfeffer, Muskat, Paprika
Grillgewürz (Favorit immer und jederzeit: "Spicy Grill" von Vantastic Foods)

Die Kartoffeln in Wasser garkochen, mit einem Kartoffelstampfer zu Brei zerdrücken, etwas vom leckeren Öl mit Buttergeschmack (oder Margarine) zugeben und mit reichlich Salz, Pfeffer, Muskat und Paprika würzen. Hafersahne zugeben und nochmal kurz auf dem Herd unter fleissigtem Rühren in ein cremiges Kartoffelpüree verwandeln. Wer Angst vor Fett und Kalorien hat, kann statt der Hafersahne auch normale Pflanzenmilch nehmen, ich find's aber mit Hafersahne leckerer. Und die Kalorien sollen nur kommen, vor denen fürchte ich mich nicht. Ha. 

Den Weißkohl (aka "Kappes") in feine Streifen schneiden und im Dämpfkochtopf garen, während die Kartoffeln kochen. Wer keinen Dämpfkochtopf hat, kocht den Kohl stattdessen in Wasser.

Räuchertofu und Zwiebeln würfeln, mit dem wunderbaren "Spicy Grill" (nein, ich werde nicht von Vantastic Foods bezahlt, ich find' das Zeugs ganz freiwillig total genial) würzen und mit etwas Öl in einer Pfanne knusprig-braun brutzeln.


Schlußendlich alle 3 Komponenten in dem größten der benutzen Töpfe zusammenwerfen, gründlich vermischen und ggf. nachwürzen (nicht zu sparsam, immer ordentlich rein!)....und das Zeugs mit einer großen Kelle auf den Teller klatschen. Bautz! Weniger brachial-veranlagte Esser können das Kappesdorjenander selbstverständlich auch mit weniger Schmackes mittels eines großen Löffels sanft auf den Teller heben. Aber hier muss man sich nix vormachen - es wird nicht gelingen, diesen Schlotz einigermassen hübsch und vorzeigbar anzurichten..."Durcheinander" ist "Durcheinander", da ändert auch das alberne Petersilienblättchen auf dem Foto nix dran.


Da der Herzmann nach einem Blick in den Topf und lauten "Iiiih!"-Geschrei auf Tiefkühl-Pizza ausgewichen ist, habe ich nun noch gut 2 Portionen übrig, was einerseits erfreulich ist, weil "sowas" am nächsten Tag wiederaufgewärmt gleich nochmal so gut schmeckt....aber andererseits kann ich mich kaum beherrschen, mir den Rest nicht doch noch spontan zum Nachmittagskaffee einzuverleiben. Hach.


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Mittwoch, 9. November 2011

Gewürzkuchen / Obladenlebkuchen

Weihnachtsnachtigall, ick' hör Dir trapsen....wobei "trapsen" fast schon zu zaghaft klingt für das frühzeitige Lichterketten-Gewitter in den Städten. Vielmehr müsste es "...ick' hör Dir wie'n Elefant mit schweren Stiefeln durch die Straßen poltern" heißen - aber immerhin darf man nun guten Gewissens Lebkuchen mampfen bis die Schokoschwarte kracht.

Das Rezept für diese Obladenlebkuchen habe ich aus dem Ox-Kochbuch 2 übernommen und - wie man so schön-schaurig im Szenevolksmund sagt - "veganisiert" (börks!). Gab's auch schon auf der Peta2-Seite, also nicht wundern wenn einem die Fladen bekannt vorkommen.

• 100 g Rohrohrzucker
• 160 g Weizenvollkornmehl
• 3 TL Weinsteinbackpulver
• 2 TL Lebkuchengewürz
• 1 TL Zimt
• 1 EL Kakao
• etwas Muskat
• 125 ml Dinkel- oder andere Pflanzenmilch
• 100 ml Öl (am leckersten ist Rapsöl mit Buttergeschmack von der Teutoburger Mühle oder Alba-Öl)
• 50 g gehackte Walnüsse

1. Als erstes den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

2. Dann zuerst die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Danach die Pflanzenmilch zugeben und verquirlen, anschließend das Öl und zum Schluss die gehackten Walnüsse unterrühren.

3. Jetzt gibt's zwei Möglichkeiten - entweder je 1 EL Teig auf Backoblaten mit 90 mm Durchmesser setzen (Vorsicht, nicht zu viel Teig nehmen, läuft beim Backen noch ziemlich auseinander) und bei 200 Grad auf einem Backblech ca. 15 Minuten backen (Vorsicht: Zu lange Backzeit = pupstrockener Fladen). Oder eine Springform mit 26 cm Durchmesser ausfetten, mit Paniermehl ausstreuen, den Teig einfüllen, glattstreichen und im 200 Grad heißen Ofen 20 Minuten backen. Den Kuchen noch 5-10 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen, rausnehmen und in der Form auskühlen lassen.

4. Sowohl die Lebkuchen als auch der Kuchen können nach dem Auskühlen je nach Laune mit Zartbitterkuvertüre bestrichen und mit Nüssen besetzt werden, mit Puderzucker bestreut oder mit einem Zuckerguß glasiert werden.

Musik dazu: Fairytales of New York von den POGUES. Ho-ho-ho!

Samstag, 5. November 2011

Deftiger Mayo-Tofusalat

Alle Jahre wieder lösen die frühe Dunkelheit und die trüben, kalten Tage bei mir eine gewisse Grundknatschigkeit aus, die erwiesenermassen nur mit einer Monstertasse heißer Schokolade und fettigem, deftigem Essen geheilt werden kann.
Derzeitige Lieblingsmedizin auf meinem Teller:
Deftiger Mayo-Tofusalat -
oder "Salat nach Art eines Fleischsalats, nur ohne Fleisch und so'n fieses totes Zeug"

Wer zu omnivoren Zeiten fettigen Wurstsalat mit
Mayo oder Eiersalat mochte, wird diesen Tofuschlotz lieben. Versprochen.

Zuerst fabrizieren wir die wunderbar deftig-fettige Mayo-Soße wie folgt:
Zutaten:
50 ml Sojamilch
150 ml Rapsöl

1 (gut befüllter) Teel. Dijon-Senf

1 Eßl. Weißweinessig


Sojamilch und Rapsöl für ein paar Stunden im Kühlschrank parken, damit sie die gleiche Temperatur haben. Danach beides in ein hohes Mixgefäss füllen, Senf und Essig zugeben und nach dieser Anleitung eine dicke Mayonnaise herstellen. Diese dann mit 1 Eßl. Tomatenmark und 1 Eßl. Schnittlauchröllchen (in meinem Fall die gefriergetrockneten aus dem Gewürzregal) verrühren und mit reichlich Salz, Pfeffer und Paprika nach Geschmack würzen.
The beat goes on mit:
1 Block Räuchertofu

(ich hatte den von Soja Berief á 175 gr.)
Tofu trockentupfen, in kleine Würfel schneiden und für ca. 1-2 Stunden mit 3 Eßl. „Gurkenwasser“ (aus dem Gewürzgurken-Glas, siehe unten) marinieren. Überschüssige Flüssigkeit abgießen und die Würfelchen mit etwas Öl in der Pfanne scharf anbraten. Ich benutze immer Kokosöl, weil es stark erhitzt werden kann und weil dieses Öl es schafft, dem Tofu eine braune Kruste zu verpassen. Jedes andere Öl geht aber auch.
Tofuwürfel abkühlen lassen.

Und dann noch:
1 Schalotte oder eine kleine Zwiebel

3 mittelgroße Gewürzgurken

Schalotte und die Gewürzgurken fein würfeln und gründlich mit Tofu und Mayo verrühren. Fertig ist Frollein Holles kleiner Seelentröster.

Wie alles Deftige dieser Welt wird der Salat besser, wenn man ihn im Kühlschrank ein wenig durchziehen lässt...ich bin aber meistens zu gierig und verschlinge ihn direkt nach Fertigstellung. Schmeckt vorzüglich auf Brötchen (mit einer Alibi-Tomate, damit wenigstens etwas Frisches auf dem Teller liegt), aber auch einfach bloss pur oder als Beilage zu Kartoffeln.

Die Menge reicht für 4-5 reichlich beladener Brötchenhälften.


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Casheesio - oder "Meeeein Ssssschaaatzzzzz!"

Mit der Veröffentlichung dieses Rezeptes habe ich mich längere Zeit ziemlich schwer getan – zum einen finde ich diesen Cashewfrischkäse dermassen lecker, dass ich das Rezept am liebsten ganz für mich alleine behalten und in eine hölzerne Kiste verschlossen hätte. Diese hätte ich in den Keller geschleppt, mich draufgehockt und gelegentlich „Mein Sssssschatz“ gezischt. Und zum anderen ist die Zubereitung mit nicht wenig Aufwand und Zeit verbunden und die Zutaten sind allesamt recht hochpreisig.
Da es langfristig gesehen im Keller auf meiner Holzkiste aber vermutlich kalt und langweilig werden würde und zudem jeder Leser alt genug ist um selbst entscheiden zu können, ob er diesen nicht ganz billigen Käse nachbasteln möchte, habe ich nun meinen inneren Gollum überwunden und präsentiere (mit leicht flackerndem Blick) den wunderbaren
Casheesio! (aka „voll datt geile Zoich!“)
Die schlechten Nachrichten zuerst:
1.) Der Casheesio braucht ein paar Tage Vorlauf, bis er verspachtelt werden kann. Cashews müssen eingeweicht werden, dann muss die Masse 2 Tage fermentieren und hinterher nochmal mind. 2 Tage
im Kühlschrank reifen. Der Casheesio ist also mit Fug und Recht als „Slowfood“ zu bezeichnen.
2.) Man braucht meines Erachtens nach zwingend einen wirklich leistungsfähigen Blender (wie meinen Vitamix), damit die Cashews zu einer richtig cremigen, homogenen Paste zerhäckselt werden. Denn gerade die Konsistenz ist ein entscheidender Punkt für den Titel „Voll datt geile Zoich!“ - sorry an alle Pürierstab- und Mini-Mixer-Arbeiter: Ihr seid raus!
3.) Damit die Fermentation der „Käsemasse“ richtig funktioniert, benötigt man probiotisches Pulver, und das ist leider nicht ganz billig. Ich habe für die ersten 10 Testläufe di
eses hier! benutzt. Derzeit läuft in meiner Küche eine sehr vielversprechende Testphase mit einem Produkt eines anderen Herstellers, dazu mehr am Ende des Beitrages.
Genug geschwafelt...volle Cashewkraft voraus, es geht los:
500 gr. Cashewkerne ca. 8-12 Stunden in reichlich Wasser einweichen. Wasser abschütten, die Kerne kurz abspülen und in den Mixbecher des Blenders geben (ich sach' nur...Vitamix!)
150 ml. Sauerkrautsaft mit 1 Teel. probiotischem Pulver verrühren, zu den Kernen in den Mixbecher geben und so lange auf höchster Stufe mixen, bis ein cremiger, homogener Brei entstanden ist. Durch die hohe Geschwindigkeit des rotierenden Messers im Vitamix kann die Käsemasse recht warm bis heiß werden – Rohköstler müssten hier also aufpassen und ggf. in mehren Durchgängen mixen. Aber das wissen die rohen Experten vermutlich selbst am besten ;)

Danach gibt man die Masse in ein Baumwolltuch oder ein Nussmilchsäckchen. Ich habe dazu mit Küchentüchern, Stoffwindeln und eben jenem Nussmilch-Sack experimentiert und finde letzteres am praktischsten. Wenn die Masse im Sack ist, drehe ich ihn oben zu und lege das Käsepäckchen auf ein Sieb, stelle eine Schüssel zum Abtropfen drunter und decke das Sieb mit einem Tuch ab (Fruchtfliegen finden die Käsemasse nämlich besonders lecker). Jetzt muss/kann/darf die Masse ferment
ieren – je länger, umso kräftiger wird der Geschmack. Bei mir darf der Casheesio 2 ganze Tage lang bei Zimmertemperatur herumliegen...wer es milder mag, kann die Zeit auf 1 Tag abkürzen. Versuch macht kluch, wie immer. Man kann die Käsemasse auch mit einem Teller o.ä. beschweren und somit mehr Feuchtigkeit aus der Masse drücken, dann wird der Käse hinterher fester – aber ich finde ihn perfekt, so wie er ist, bei mir wird nix gedrückt.
Nach der Reifezeit wird die Käsemasse in eine Schüssel gegeben und gewürzt. Hier kann man seine persönlichen Neigungen und Vorlieben ausleben - „Grundwürze“ und unbedingt erforderlich für den juten Jeschmack sind 2 Eßl. Würzhefeflocken (ich mag am liebsten die von Naturata) und 2 Teel. Salz....bei mir kommen dann noch ½ Teel. Kümmel, 1 Teel. Paprika, 1 Teel. Zwiebelpulver, ½ Teel. schwarzer Pfeffer und ein bißchen Knoblauchpulver dazu. (Oder auch lecker: Die Gewürzmischung „Obazd is“ von herbaria. Macht den Casheesio dann aber nochmal teurer, eine Dose dieser Mischung kostet nämlich gleich mal über 8.00 Euro. Bang!)
Beim Würzen kann man seinen Vorlieben freien Lauf lassen und auch getrocknete Tomaten, Kräuter, Knoblauch oder auch orientalische Gewürze zugeben, was immer man mag.
Die Gewürze kommen mitsamt der Hefeflocken in eine Kaffeemühle und werden nochmal ganz fein gemahlen. Dann in die Schüssel zur Käsemasse geben und gut vermischen. Dieses Rezept ergibt ca. 750 gr. Käsemasse, di
e jetzt in Gläser oder Tupperdosen gefüllt und im Kühschrank geparkt wird.
Man kann den Casheesio natürlich sofort futtern oder sich noch ca. 2 Tage gedulden...dann sind die Gewürze schön durchgezogen und die Masse ist fester geworden. Wenn man z.B. eine kleine runde Tasse mit etwas Öl auspinselt und z.B. Schnittlauch ausstreut, kann man den Käseklops nach ein paar Tagen stürzen (siehe Foto). Macht für Buffets etc. optisch mehr her.

Und wer es noch länger aushält als 2 Tage, darf sich freuen...der Casheesio wird mit jedem Tag besser und würziger. Yummy galore, nämlich! Haltbarkeit: mindestens 2 Wochen. Langzeitstudien gibt es allerdings noch nicht, wir haben immer vorher alles aufgegessen.
Und was macht man nun damit? Zum einen schmeckt dieser Cashewkäse einfach pur auf der Stulle ganz köstlich, oder als Dip für Gemüse. Ich benutze ihn aber auch mit wachsender Begeisterung als „Sahneersatz“ für Soßen und Suppen, da er eben würzig und lecker schmeckt, aber auch Flüssigkeit bindet.
Für eine lecker-rahmige Tomatensoße kann man 1 Zwiebel würfeln und anbraten, 1 Dose gehackte Tomaten zugeben und kurz aufköcheln lassen. Dann 1 Handvoll getrockneter Tomaten, ein paar frische Kräuter und 1 großen Eßlöffel Casheesio in einem hohen Mixgefass mit dem Stabmixer pürieren, in die Tomatensoße einrühren, kurz aufkochen lassen und fertig...ist eine flotte, sahnige und grandios gute Tomatensoße zu Nudeln, Kartoffeln etc. Zubereitungszeit: ca. 5 Minuten. Da lacht das Köchinnenherz (und der Magen erst...)
Auch in meinen Gemüsesuppen landet immer 1 Eßl. dieser dollen Käserei....für Broccoli-Kartoffelsuppe einfach Kartoffelnwürfel und Broccoli in Gemüsebrühe weichkochen, 2 Schöpfkellen abnehmen und zusammen mit dem Casheesio gut pürieren...zurück in den Suppentopf, durchrühren, fertig. Lecker. Ich mach' sowas auch supergerne mit roter Beete statt Broccoli – schmeckt genial und die knallpinke Farbe rockt einfach.
Man schmeckt den Sauerkrautsaft zwar nicht direkt raus, der Käse hat durch diese Zutaten allerdings einen etwas säuerlichen Geschmack, den man mögen muss. Wer nicht so auf Sauerkraut steht, kann den Käse auch mit Rejuvelac ansetzen. Retschu....watt? Genau! Rejuvelac ist eine Art Brottrunk aus gekeimtem Getreide, der probiotisch wirkt und zudem jede Menge B-Vitamine enthält. Eine Anleitung zur Herstellung gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=Oke_kwwovX8&feature=player_embedded (nicht erschrecken, der Herr in der Einleitung ist ein wenig..ähm...“hyper“....!)

Ich habe ein paar Mal Rejuvelac aus Dinkelkeimen gemacht und fand ihn ganz lecker, und der Casheesio wird insgesamt etwas milder im Geschmack als bei der Sauerkraut-Variante. Allerdings dauert es ca. 1 Woche, um Rejuvelac herzustellen...und dann noch weitere 5 Tage, bis der Casheesio dann letztlich futterfertig ist, äh! Das ist mir dann doch zuviel Slow-Food.

Noch ein Wort zum probiotischen Pulver...auch wenn man nur 1 Teel. (also ca. 4 gr.) pro „Fabrikationsgang“ braucht, ist das Pulver von VitaminOne mit 34,50 Eur/60 gr. ja nicht gerade ein Schnäppchen. Ich habe ein wenig im Netz herumgestöbert und auch den ein oder anderen Anbieter mit Fragen genervt, bis ich einen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln gefunden habe, der so ein probiotisches Pulver als „Zutat“ für seine Produkte einsetzt. Die Jungs und Mädels waren so freundlich, mir eine Probe zum Testen zu überlassen. Und yay...es funktioniert (natürlich) genauso.
Ich hätte die Möglichkeit, bei diesem Hersteller eine Sonderabfüllung dieses probiotischen Pulvers zu einem Sonderpreis zu ergattern. Allerdings – und das erschwert die Sache – müsste ich dazu 2 kg Pulver abnehmen, also genug um bis an den Rest meiner Tage täglich Käse zu fabrizieren.
Dazu kam mir dann folgende Idee – wenn jemand von euch grundsätzlich daran interessiert ist, 50 gr. probiotisches Pulver für ca. 19,00 Euro (ich müsste halt noch genau schauen, wie ich das Pulver dann verpacken und versenden kann, aber ich denke mehr als 19 Euro inkl. Porto und Verpackung würden es nicht werden), dann schreibe er/sie mir doch bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Ich will Casheesio!“...wenn dann tatsächlich genug Leute zusammenkommen, mache ich mir konkretere Gedanken darüber, wie ich das Pulver dann abbfüllen und verpacken kann und würde dann ggf. die 2 kg Pulver bestellen und 50 gr-portionsweise an euch verschicken. Das alles erstmal ohne Gewähr – erstmal schauen ob wirklich genug Leutchen zusammenkommen, damit sich so eine Großbestellung lohnt...und dann muss ich mal mit mir selbst verhandeln, ob ich wirklich Lust, Geduld und Zeit habe, das gute Zeugs in winzige Portionen abzupacken und zu verschicken ;)
(Nachtrag: Eine liebe Leserin bat mich, darauf hinzuweisen, dass trotz der Kennzeichnung "frei von tierischem Eiweiß und Laktose" das probiotische Pulver nicht streng vegan sein könnte, da die Bakterien u.U. auf einem unveganen Nährmedium gezüchtet sein könnten.)


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