Samstag, 7. April 2012

Erdnussgemüse

Wenn der Inhalt der Kochpötte in der herbivoria!-Küche allzu gemüselastig ist, rümpft der Herr des Hauses öfter mal pikiert die Nase und nuschelt sowas wie "Damachischmirlieber 'ne Tiefkühlpizza!" - grundsätzlich kein Problem, der Herzmann ist schon groß und darf essen, was er will. Aber zumindest hin und wieder finde ich es doch ganz gemütlich, wenn unser beider Teller mit den gleichen Speisen beladen sind und das funktioniert entweder ganz einfach mit schnöden "Nudeln mit Soße" (die gehen immer) oder wenn man der Pflanzenkost durch Nusskontamination ihren Schrecken nimmt. Denn Nüsse mag der Herzmann noch lieber als Nudeln, damit lässt sich sogar "Iiiiih!"-Gemüse ertragen.

Die Zubereitung einer fixen Erdnussgemüsepfanne ist so simpel, dass es dazu eigentlich weder Rezept noch Anleitung braucht, trotzdem:

Zutaten:
2 kleine Zucchini
2 mittelgroße Möhren
2 rote Spitzpaprika
1 Eßl. Kokosöl
Salz, Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Curry
geröstete Erdnüsse (ca. 70 gr. wenn man Nüsse ganz ok findet und ca. 100 gr. wenn man total drauf abfährt)

Das Gemüse putzen, die Möhren schälen und alles nach Gusto in Stifte, Scheiben oder Herzform schneiden. Das Kokosöl im Wok erhitzen, zuerst die Möhren anbraten und ein klitzekleines bißchen schmurgeln, dann das restl. Gemüse zugeben und so lange unter Rühren braten, bis es bissfest-gar ist. Mit Salz, Cayennepfeffer (gerne reichlich, wenn man's scharf mag), Kreuzkümmel und Curry abschmecken, die Erdnüsse zugeben, unterrühren, einen klitzekleines Augenblick mit erhitzen lassen und fertig.

Dazu passt und schmeckt Couscous:


160 gr. Couscous
260 ml. kochendes Wasser
1 halber Teel. Salz
1 Prise Zimt
etwas Öl nach Geschmack

Den/das Couscous mit Salz und Zimt in einem Topf verrühren, mit dem kochendenWasser übergießen und zugedeckt ca. 7-8 Minuten ziehen lassen, danach mit einer Gabel auflockern, ein wenig Öl zugeben und nochmal kurz auf dem Herd erhitzen. Ebenfalls - fertig.

Samstag, 31. März 2012

Linsenbolognese

Heute aus der Reihe "Quick & easy" - Linsenbolognese! Täräää!

Die Bolognese lässt sich super vorbereiten und prima aufwärmen oder einfrieren. Mit ein bißchen mehr Gemüsebrühe (und Tofuwoscht, wer mag) lässt sich daraus ein schlichter, schneller Linseneintopf bauen. Es lohnt sich also immer, eine Portion mehr zu kochen.

Zutaten:
1 Zwiebel
1 große Möhre
2-3 Stangen Bleichsellerie (auch Staudensellerie genannt, sprich: die langen hellgrünen Stangen mit Grünzoich oben dran, nicht die weißen hässlichen Knollenviecher), je nach Geschmack
500 ml Wasser oder Gemüsebrühe
200 gr rote Linsen, getrocknet
3-4 Eßl. Tomatenmark
1 Dose gestückelte Tomaten
Pfeffer, Salz, Kräuter
Olivenöl
etwas Maisstärke zum Binden
Zwiebel, Möhren und Sellerie würfeln und im Olivenöl anbraten. Tomatenmark unterrühren und kurz mitbrutzeln. Mit Wasser oder Gemüsebrühe aufgießen und Linsen zugeben. Die Dosentomaten einrühren, alles kräftig mit Salz, Pfeffer und Kräutern (Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum) würzen und ca. 30 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich und die Soße lecker schlotzig ist.
Ca. 1 Teelöffel Maisstärke einrühren, kurz aufköcheln lassen, den Sugo über Spaghetti geben und mampfen.
Na - ist das einfach oder ist das einfach? Genau. Einfach. Sag ich doch.

Donnerstag, 29. März 2012

Möhren-Bananensuppe

Eigentlich sollte diese exotisch-klingende Suppe ja Bestandteil meines Kochbuchs werden, aber....uneigentlich gibt's ja nun erstmal kein Buch und überhaupt ist es draußen plötzlich und unerwartet wieder fies, grau und kühl geworden (Suppenwetter!), also gibt es keinen Grund um dieses Rezept noch weiter in der Schublade dümpeln zu lassen.Und überhaupt sind Bananen ja schrecklich gesund und lecker und obwohl das Rezept ziemlich schlicht und einfach nachzubauen ist, ist's mal was Anderes als Erbsensuppe oder Linseneintopf.

Mein Lieblingsrezeptetester aus Berlin hat diese Suppe auf Herz und Nieren getestet (obwohl, und das hat mich in meinem Klischeedenken extrem erschüttert, er "eigentlich" keine Bananen mag. Ein Ossi, der keine Bananen mag. - Sachen gibt's!) und für gut befunden, also los geht's:

Zutaten
1 rote Zwiebel
etwas Kokosöl zum Anbraten
650 gr. Möhren (geschält gewogen)
1 Knoblauchzehe
750 ml. Gemüsebrühe250 ml. Kokosmilch
1 rote Peperoni
1 Teel. rote Currypaste
1 Teel. Salz
1/2 Teel. Kurkuma,
1/2 Teel. Kreuzkümmel
1/2 Teel. Paprikapulver
2 mittelgroße reife Bananen (ca. 220 gr. ohne Schale)

Die Zwiebel schälen, in Stücke schneiden und in einem großen Topf in Kokos - oder Butterrapsöl anbraten, bis sie glasig werden. Die Möhren in Stücke schneiden und zu den Zwiebeln geben. Knoblauchzehe schälen, durch die Knobipresse jagen und in den Topf zu den Zwiebeln und Möhren geben, mit der Gemüsebrühe aufgiessen und so lange köcheln, bis die Möhren weich sind (das dauert ca. 25 Minuten)
Kokosmilch unterrühren und das Ganze entweder mit dem Pürierstab gründlich durchpürieren oder in den Mixbecher eines leistungsstarken Food-Prozessors (Vitamix) geben und zu einer cremigen, feinen Suppe mixen. Dreimal dürft ihr raten, welche Variante ich bevorzuge...? Na? Klar! Vitamix iss' King, da wird die Suppe richtig cremig und samtig.

Janek (der bananenverachtende Berliner) hat das Ganze mit dem Pürierstab durchexerziert, klappt also auch.

Suppe zurück in den Topf geben (natürlich nur wenn sie vorher in den Mixbecher umgezogen ist - beim Pürieren bleibt sie ja im Topf, iss' klar...) Peperoni fein hacken und in die Suppe rühren

mit Currypaste, Salz, Kurkuma, Kreuzkümmel und Paprika abschmecken.

Die  Bananen (ca. 220 gr. ohne Schale) einmal längs halbieren und in Stücke schneiden, zur Suppe geben und nochmal aufkochen,solange bis die Bananenstücke anfangen ein wenig zu zerfallen (das passiert fixer als man denkt, also brav neben dem Herd stehen bleiben).

 
Und jetzt ab dafür. In die Teller, auf den Tisch!

Das Rezept füttert 2 Personen als Hauptgericht und macht 4 Esser als Vorspeise satt. Ich finde übrigens, dass die Suppe aufgewärmt nicht so dolle schmeckt, die Bananenstücke bekommen irgendwie eine komische Konsistenz, das fällt dann eher in die Kategorie "Jooo, kann man essen"...wer also auf Vorrat kochen möchte, bereitet am besten nur die Möhrensuppe zu und gibt die Bananen dann immer jeweils frisch beim Aufwärmen dazu.

Wer Chi-Chi mag, kann noch ein paar Bananenscheiben mit Curry bestäuben und kurz scharf anbraten und die Suppe damit und ein paar Spritzern Kokosmilch dekorieren.


(Und hellorange Suppe mit hellorangem Hintergrund zu fotografieren ist 'ne blöde Idee...dabei hatte ich mir das so hübsch vorgestellt!)


An dieser Stelle nochmal 1.000 Dank an Janek fürs tapfere Nachkochen - obwohl er beim Kochen vermutllich dieses Lied hier geträllert haben wird - KLICK!



Sonntag, 18. März 2012

Zitrustorte mit Beerenhaube

Verehrte Damen und Herren Süßschnabel, ich freue mich ganz besonders, Ihnen heute endlich, endlich diese leckere erfrischende Zitronen-Beeren-Torte präsentieren zu können, denn - das wollte ich eigentlich schon im vergangenen Jahr tun. Der Kuchen schmeckt zwar (wie heute) ganz prima mit TK-Waldbeeren, aber erst frische Erd-/Him- oder Johannisbeeren machen ihn perfekt. Als dann aber im letzten Jahr die Beeren reif waren, war plötzlich die Soyatoo weg...und in meiner Backstube war nix mehr wie vorher. Sämtliche Versuche mit irgendwelchen anderen Produkten wie der CreaSoy oder irgendwelchen selbstkreierten "Pflanzensahnen" endeten nicht wirklich zufriedenstellend, also war ich irgendwann bockig und hab' beschlossen, diese dämliche Torte NIE! WIEDER! zu machen. Und meine Rezepte NIE! WIEDER! von einem einzigen Produkt einer speziellen Firma abhängig zu machen. Never ever again, nämlich.

Aber - man ahnt es schon - vor ein paar Wochen war dann plötzlich die Soyatoo wieder da und...ähem...naja, ich habe direkt aus Tofutown ein Probierpaket zum Testen bekommen und...naja, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, hier ist sie halt, die Torte. Endlich.

Der Tortenboden besteht aus dem gleichen Teig wie die Sauermachtlustig-Muffins - and here we go:

270 gr. Weizenmehl Type 550
100g Rohrohrzucker
1EL Sojamehl
10 gr. Weinsteinbackpulver
250ml Pflanzenmilch
(bei mir war's diesmal Sojadrink – aber sonst auch gerne Dinkelmilch)
75ml Alba-Öl
(oder anderes geschmacksneutrales Öl)
1 Fläschchen Zitronenaroma


Den Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze).

Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gründlichen mischen. Die Pflanzenmilch mit dem Öl und dem Zitronenaroma verrühren, zu der Mehl-Zuckermischung geben und mit dem Handmixer gut verrühren. In eine gefettete 26 cm-Springform geben, glattstreichen und 20 Minuten backen (da jeder Backofen anders ist - Stäbchenprobe nicht vergessen!), danach noch 5 Minuten im ausgeschalteten Backofen lassen. Vorsichtig aus der Form lösen und auf ein Gitter legen, bis der Tortenboden vollständig ausgekühlt ist.

Dann den Boden auf einen großen Teller plazieren, einen Tortenring drumschnallen - es gibt Zitruscreme, Baby! 

Dazu braucht es:
500 gr. Soja-Naturjoghurt (der ein paar Stunden lang auf einem mit Küchentuch ausgeschlagenem Sieb abgetropft sein sollte - wer es detaillierter braucht, klickt hier!)
2 Zitronen
etwas Wasser oder Orangensaft
1 Tütchen Agartine
100 gr.
Rohrzucker

1 Packung Soyatoo (gut gekühlt - sollte vorher mindestens 4-5 Stunden im Kühlschrank gehaust haben)
1 Tütchen Sahnesteif

Soyatoo und Sahnesteif in eine Rührschüssel geben und ein paar Minuten mit dem Handmixer fest aufschlagen. Bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank einquartieren.

Die Zitronen auspressen und den Zitronensaft mit Wasser oder Orangensaft "auffüllen" bis insgesamt 200 ml. erreicht sind und in einen Topf geben. 1 Tütchen Agartine (gibt's im Supermarkt, ist ein pflanzliches Geliermittel) und 100 gr. Rohrzucker in den Saft rieseln lassen , unter gründlichem Rühren auf dem Herd aufkochen lassen und ca. 2 Minuten kochen.
Die Agartine/Saft-Mischung kurz ausdampfen lassen und vorsichtig unter den abgetropfen Joghurt rühren. Nicht erschrecken - das Ganze wird ziemlich flüssig, das macht aber nüschte. Die Joghurtmischung noch ein wenig abkühlen lassen (lauwarm), dann die die Soyatoo zugeben, gut verrühren, die Creme auf den Tortenboden gießen, gut glattstreichen und über Nacht (oder mehrere Stunden) im Kühlschrank parken.

Als fruchtige Tortenhaube sind natürlich frische Beeren einfach unschlagbar lecker - aber wir haben nun mal erst März, die Beerensaison liegt noch in weiter Ferne und ich will nicht schon wieder eine Anzeige bei der Ökopolizei riskieren - also gibt es heute eine TK-Beerenmischung on top (= "oben druff"):

400 gr. TK-Beerenmischung auf ein Sieb geben, und über Nacht (günstigerweise in ebenjener Nacht, in der die bezitruscremte Torte im Kühlschrank ruht) auftauen lassen und den Saft auffangen.
1 Tütchen Tortenguß, klar
1-2 Eßl. Rohrzucker,
je nachdem wie süß man es mag
Waldbeerensaft oder Wasser

Den aufgefangenen Saft der Beerenmischung mit Wasser oder Saft nach Geschmack auf 250 ml. auffüllen und in einem Topf mit dem Zucker und dem Tortenguß glattrühren. Kurz aufkochen lassen (Rühren nicht vergessen, das gibt sonst fiese Glibberklümpchen). Die Beerenmischung auf dem Kuchen ausbreiten und den heißen Tortenguß  mit einem Eßlöffel zügig darüber verteilen. Erneut in den Kühlschrank stellen, bis der Tortenguß schnittfest geworden ist. Zum Anschneiden lässt man am besten noch den Tortenring drumherum für mehr "Stabilität" - die Zitruscreme wird nicht bomben- und schnittfest, sondern bleibt schön fluffig, da können Beerenhaube und Creme beim allzu beherzten Anschneiden flott auseinanderrutschen. Wer's fester haben möchte, nimmt am besten einfach ein wenig mehr Agartine.

Und just in diesem Augenblick hat's an der Tür geklingelt - der Sonntagsnachmittagskaffeebesuch ist da. Mögen die Tortenspiele beginnen!

(mit Dank und Gruss an die Jungs und Mädels aus Tofutown!)

Dienstag, 13. März 2012

Apfel-Curry-Vinaigrette

"Ein guter Vorsatz ist ein Startschuß, dem meist kein Rennen folgt.“
Siegfried Lowitz

Eigentlich hatte ich ja vollmundig angekündigt, mich in 2012 ein wenig aus der Blogosphäre zurückzuziehen, um mich voll und ganz der Gestaltung meines ersten, selbstverständlich ab-so-lut genialen Kochbuchs zu widmen. Uneigentlich habe ich in dieser selbstverordneten Kochbuchpause festgestellt, dass ich im Grunde dann doch irgendwie überhaupt keinen Bock habe, Zeit und Geld in so ein Projekt zu investieren. Von dem Geld werd' ich lieber wieder nach Kalifornien fliegen und die gesparte Zeit lege ich auf die hohe Kante, fürs Alter - man weiß ja nie.

Da wäre ich nun also wieder - mit einer simplen, aber sehr vielseitigen


                                       Apfel-Curry-Vinaigrette

im Rucksack. Bei der Zubereitung sind mal wieder die Vitamix-Besitzer im Vorteil, aber wenn man die Cashews und die Datteln ein paar Stunden in Wasser einweicht, sollte man auch mit einem Otto-Normal-Mixer oder sogar einem Pürierstab eine  relativ cremige Soße hinkriegen. Allerdings (und nein, leider bekomme ich keine Prozente) wird's schätzungsweise nur mit einem richtig leistungsstarken Food-Prozessor wie dem Vitamix (ja, ja....), oder dem Omniblend richtig wunderbar rahmig. Aber man weiß ja nie....ich will niemanden entmutigen, es einfach mal mit dem vorhandenen Küchengerätegedöns zu versuchen.

Zutaten:
90 gr. Cashews
200 ml. Wasser
3 große, weiche  Datteln (am besten die Sorte Medjool) - ohne Kerne ca. 40 gr.
1 kl. säuerlicher Apfel (z.B. Braeburn)
1 Eßl. Zitronensaft
2 Teel. Senf
1 Teel. Salz
1 Teel. Curry

Cashews und Datteln eine Weile im Wasser einweichen und zusammen mit den anderen Zutaten mit einer Küchenmaschine nach Wahl zu einer cremigen Soße mixen/pürieren. Der Powerkraft von Mr. Vitamix sei Dank brauche ich den Apfel eigentlich bloss halbieren (wenn ich besonders tollkühn gelaunt bin, werfe ich das Teil sogar komplett mit Stumpf und Stiel in den Mixbecher und freue mich diebisch, wenn die Messer die ganze Frucht mit einem lässigen "Krk, krk, krk" im Nu zerhäckseln) - wenn man mit dem Pürierstab arbeitet, sollte man das Äpfelchen möglichst in kleine Stücke schneiden. 
 

Die Apfel-Curry-Vinaigrette hält sich in einem verschlossenen Schraubglas im Kühlschrank locker eine Woche, eher länger und ist immer wieder meine Rettung, wenn ich müde und hungrig zur Haustür hineinfalle und Lust auf einen schnellen Salat habe. Die Soße macht nämlich irgendwie aus allem etwas, finde ich. Als Dressing zu Gurken- und Möhrensalat (mit gerösteten Haselnüssen) ist das Sößchen top, passt aber auch allerbestens zu allen anderen Salaten.

Wer am liebsten roh unterwegs ist, kann die Vinaigrette außer zum Salat ganz prima zu Zucchinispaghetti futtern - und mit ein paar frischen Ananaswürfeln und Cherrytomaten on top (= "oben druff!") wird's noch besser.

Vermutlich wegen der Cashews neigt die Soße zum "Andicken" wenn sie gekocht wird, daher kann man sie auch zu gekochten Suppen und als "Sahne" zum Verfeinern verwenden -  ich mache z.B. gerne flotte Gemüsesuppen damit. Beispielsweise einfach 4 kleine Möhren in Scheiben,  3 gewürfelte Kartoffeln und eine Packung TK-Rosenkohl (300 gr.) ca. 600 ml. Wasser (evtl mit 1 Eßl. Gemüsebrühe) garkochen. 2 große Löffel (ca. 130-150 gr.) Apfel-Curry-Vinaigrette einrühren, nochmal aufkochen lassen, nach Geschmack salzen und fertig ist ein schlichtes, aber feines (und vor allem unkompliziertes) Eintöpfchen. Und wenn man die Vinaigrette zu gekochten Nudeln gibt, gut umrührt und nochmal ganz kurz aufkocht, hat man im Nullkommanottich Curry-Rahmnudeln - dazu esse ich gerne Broccoli. Und wer den Hals immer noch nicht voll hat, kann die Vinaigrette abends auf der Couch als Dip für rohe Gemüsesticks zum Einsatz bringen.

Insgesamt schmeckt die Soße leicht exotisch, aber nicht allzu aufdringlich und ist durch ihre Tauglichkeit als kaltes Salatdressing wie auch als Suppen- oder Rahmsoßenmeister ein echter Allrounder.

Irgendwas vergessen? Hm. Ach ja - guten Hunger!







Samstag, 21. Januar 2012

Zombiechutney mit Tofu-Sesam-Streifen

Sollte sich jemand über den Namen dieser fruchtigscharfen Soße wundern (sofern sich hier überhaupt noch irgendwer jemals über irgendwas wundert), dem sei erklärt, dass ich immer, immer, IMMER! wenn ich das Wort „Cranberries“ lese, an die gleichnamige irische Band denken muss und sich umgehend deren Hit „Zombie“ in meine Gehirnwindungen eingräbt. Dieser Automatismus lässt sich durch nix verhindern und so stand ich auch beim Rühren dieser Soße natürlich auch mal wieder laut „In your heeeeeead, in your he-he-he-head...“ trällernd am Herd.

Aber zurück zum Wesentlichen – dieses Chutney und ich, wir hatten irgendwie einen schweren Start. Nachdem ich unbedingt mal was mit Cranberries machen wollte („Zombie, Zombie, Zombie-hie, eh-eh-eh...“ ach Mist!), weil mich diese frischen roten Beeren mal mehrmals beim Gemüsehändler durch die Aufschrift „Eat me! I'm delicious!“ geradezu zum Kauf genötigt haben, schwebte mir dafür eine hübsche rote Soße als Verwendung vor. Mangels Cranberry-Erfahrung („What's in your heeeead...in your hee-he-he...MANNO!!!!“) war ich mir aber unschlüssig, ob „scharf“, „süss“ oder „fruchtig“ am besten passt und hab' vorsichtshalber gleich mal alle Geschmacksrichtungen in den Pott geknallt. Viel hilft viel. Das Ergebnis fand ich im ersten Anlauf irgendwie grenzwertig und deswegen standen die Gläser mit dem Zombiechutney erstmal ein paar Tage ratlos in der Küche rum, bis sich der Herzmann in der Annahme, es handele sich hierbei um Marmelade, unbedarft sein Rosinenbrötchen damit beladen hat und es äußerst köstlich fand (was mich zwar überraschte, aber bitte. Jedem sein Himmelreich, nech?).

Ich bin nach wie vor unschlüssig, wie genau ich dieses Chutney nun finden soll, aber Fakt ist – es passt irgendwie ganz gut zu gebratenen Tofu-Sesam-Streifen. Und wohl auch auf Rosinenbrötchen. Zu weiteren Tests fehlt mir bislang der Mut.

Zombiechutney-Zutaten:
350 gr. frische Cranberries (....“and their bombs and their guns...“)
1 säuerlicher Apfel
200 ml. Wasser
80 gr. Agavendicksaft
1 Bio-Orange
10 gr. Ingwer, frisch
1 Prise Salz
½ Teel. Chilipulver

Die Beeren waschen, den Apfel würfeln (wer mag, kann ihn auch schälen, ich find's aber unnötig) und zusammen mit dem Wasser und dem Agavendicksaft in einen Topf geben und aufkochen.


Die Schale der Orange vorsichtig mit einem Sparschäler abschälen und ebenso wie den Ingwer fein hacken, die Orange auspressen und alles in den Topf geben. Nun das Chutney auf kleiner Flamme so lange köcheln, bis die Beeren und die Apfelstücke zerfallen sind und der Topfinhalt eine Art Kompott ergibt. Mit Salz und Chilipulver abschmecken, noch einmal kurz aufblubbern lassen und in heiß ausgespülte Schraubgläser geben. Sofort verschliessen und abkühlen lassen.


Für die Tofu-Sesam-Streifen 1 Block Naturtofu in Streifen schneiden und mit Sojasoße marinieren. Etwas Maisstärke mit Wasser anrühren, so das eine zähflüssige Soße entsteht. Die Tofustreifen durch die Stärkewassermischung ziehen und mit Sesam panieren (Sesam gut andrücken!) Dann in heißem Kokos-oder Sonstigem-Öl knusprig braten.

Tja – und was genau sonst noch mit diesem Chutney machen wollt, bleibt euch überlassen. Besonders verwegene Leckerschmecker könnten es ja auch mal als Zugabe zu einem exotischen Obstsalat versuchen – oder zu Gemüsecurrys. Schick im Glas verpackt ist das Zombiechutney auch ein prima Mitbringsel für Freunde. Den Mutigen gehört die Welt! 

Dienstag, 6. Dezember 2011

Linsen-Ironman-Salat

Irgendwann bin ich mal in den Weiten der Bloggosphäre über den "Cronometer" gestolpert, mit dem einige (Vegan-)Blogger ihre Nahrung protokollieren. Wenn man dort also brav seine Futtereien einträgt, errechnet der Cronometer dazu Nährstoffe, Kalorien und sonstigen Schnickschnack und man kann prima überprüfen, ob man den nun auch genug Proteine und Kalzium futtert. 
Grundsätzlich bin zwar eher skeptisch, wenn irgendein ominöses Programm behauptet, meinen Energiebedarf zu kennen und überhaupt finde ich es extrem unsexy, jeden Bissen den man verspachteln möchte, erstmal abzuwiegen und irgendwo einzutragen. Aber als kleine Gedankenstütze ist das Tool manchmal ganz nett, und deswegen benutze ich ihn hin und wieder ganz gerne - und in den letzten Tagen hat mir Herr Cronometer mehrmals am Ärmel gezupft und "Hey, Frollein, Du könntest ruhig mal wieder'n büschen für Deinen Eisenspiegel tun, ständig nur Spekulatius, Zimtsterne und Marzipan futtern bringts nicht auf Dauer!" geplärrt. Um dem Schreihals das Maul zu stopfen, eignen sich zum Beispiel Linsen ganz prima. Zitrone ist ja auch immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen geht, dazu noch Petersilie und rote Paprika und schon darf man mich "eiserne Lady" nennen. Wenn man möchte.

Dieser Linsensalat ist flott gemacht (wenn man zufällig schon einen Pott gekochter Linsen im Kühlschrank stehen hat), hält sich kaltgestellt ein paar Tage und ist gut mit Feldsalat und/oder Kartoffeln kombinierbar. und eignet sich sicherlich auch als Beilage für Grillparties, sollte irgendwann mal wieder ein Sommer kommen. Optisch ist der Salat zwar (wie so ziemlich alles, was mit Linsen zu tun hat) nicht unbedingt die Augenweide schlechthin, aber gerade in diesem Fall kommt es ja nun wirklich auf die inneren Werte an.

Linsen-Ironman-Salat
600 gr. gekochte braune Linsen
2 Eßl. Tomatenmark (ich nehme ich das scharfe mit Chili)
2 Eßl. Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 Frühlingszwiebel
1 Bund glatte Petersilie
1 gute Handvoll Walnusskerne (ca. 40-50 gr.)
ca .50 gr. Sonnenblumenkerne
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 rote Spitzpaprika

Tomatenmark, Öl und Zitrone glattrühren und mit den Linsen vermischen. Frühlingszwiebel, Walnüsse und Petersilie hacken, Paprika würfeln und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter die Linsen rühren. Reichlich mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen und lecker finden. Und schon hält der Cronometer seine vorlaute Klappe.

Und wenn man dann irgendwann keine Linsen mehr sehen kann, kann man einen ähnlichen Salat aus Hirse zusammenbasteln - hier nehme ich allerdings nur 500 gr. (gekochte Hirse), lasse Walnüsse und Sonnenblumekerne weg und mische noch ein Glas Kichererbsen dazu. Volle Eisenkraft voraus!


(P.S. - Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, geschweige denn Ernährungsberater, ich will mir auch gar nicht anmaßen, für den Cronometer eine Empfehlung auszusprechen...Infos zum tatsächlichen Eisenbedarf eines Menschen sowie entsprechende Studien und Meinungen gibt's im Netz zuhauf. Bei mir gibt's bloss Rezepte und einen vollen Teller, sonst nix).