Wer (wie ich) total auf Granatapfelkerne steht, wem es aber (wie mir) nie gelingt, die spritzigen kleinen Mistkerle aus ihrer Behausung zu pulen, ohne Küche und sich selbst in einen Originalschauplatz von "Kettensägermassaker Teil 45" zu verwandeln, dem hilft vielleicht (wie mir) folgender kleiner Kniff:
Den Granatapfel einfach in einer Schüssel unter Wasser auseinanderpopeln...oder Wasser in die Spüle laufen lassen, Sieb reinstellen, Granatapfelhälfte untertauchen und Kerne pulen. Stille Wasser sind nämlich nicht nur tief, sondern nehmen auch die Saftspritzer auf, die sonst immer unkontrolliert in alle Richtungen schießen. Geht flott und die Klamotten bleiben sauber. Danach ab ins Müsli mit den roten Fruchtkernchen, ins Dessert oder auf die Torte. Feldsalat mit Walnüssen schmeckt übrigens auch sehr lecker, wenn man Granatapfelkerne dazugibt.
Vermutlich ist der Wasser-Trick so easy, dass ihn eh schon jeder kennt - ich wollt's halt nur mal so gesagt haben.
Wer wie ich total auf Kichererbsen abfährt, sie gerne noch ein wenig gesünder machen möchte und wem (wie mir) die lange Kochzeit auf den Zeiger geht, dem sei folgender Tip ans Herz gelegt:
Lasset die Hülsenfrüchte keimen!
Wenn man Kichererbsen keimen lässt, erhöht sich zum einen der Nährstoffgehalt dieser leckeren Hülsenfrüchte - sogar der Gehalt an einigen Vitaminen, insbesondere Vitamin C, steigt beim Keimen an. Die Konzentration an Mineralstoffen verändert sich zwar nicht, sie werden allerdings für den Körper besser verfügbar, weil einige wertmindernde Inhaltsstoffe wie Phytinsäure (die u.A. die Eisenaufnahme ins Blut behindert) durch das Keimen abgebaut werden. Gleichzeitig - auch wenn mich das eher weniger interessiert - sinkt der Kaloriengehalt, da die Keimlinge viel Wasser aufnehmen.
Zum anderen werden die Hülsenfrüchte besser bekömmlich (die Kichererbsen werden durch die pflanzeneigenen Enzyme aufgeschlossen und sind somit quasi "vorverdaut), und die Kochzeit verringert sich um ein Vielfaches. Man sollte allerdings großzügig über die Tatsache hinwegsehen können, dass die Hülsenfrüchte durch das Keimen schon fast wie außerirdische Lebensformen aussehen.
Ich nehme immer ca. 150 gr. trockene Erbsen (diese Menge füllt nachher im gekeimten Zustand ein normalgroßes Keimglas), weiche sie ca. 12-18 Stunden in Wasser ein und lasse sie dann ca. 3 Tage keimen. Dabei spüle ich die Sprossen 1-2x täglich mit Wasser ab. Nach 3 Tagen ist Erntedankfest und die Keimlinge können mit in die entsprechenden Gerichte gegeben und mitgekocht werden.
Wenn man nun an dem Tag, an dem die Sprossen eigentlich verzehrfertig sind, spontan doch überhaupt keinen Bock auf ein Kichererbsengericht hat, kann man die Keimlinge auch kurz auf einem Küchentuch abtrocknen und in einer Tupperbüx im Kühlschrank noch ein, zwei Tage in die Warteschleife legen.
Eigentlich ist es ja am gesündesten, wenn man Keimlinge wie z.B. von Bockhornklee, Sonnenblumenkerne und auch Dinkel oder Weizen roh futtert, aber bei Kichererbsensprossen sollte man das tunlichst unterlassen (auch wenn es in manchen Rohkostforen empfohlen wird), Sie enthalten (wie diverse andere Hülsenfrüchte) im rohen Zustand nämlich einen unbekömmlichen Eiweiß-Stoff namens "Phasin", der beim Kochen (bei Keimlingen reicht tatsächlich kurzes Aufkochen) zerstört wird.
And jetzt im Chor....."give chickpeas a chaaaance".