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Samstag, 23. Februar 2013

Obstpfannkuchen mit Pflauprikosensoße


Rezept" steht laut Wikipedia für eine "programmatische Anweisung zur Zubereitung eines Nahrungsmittels"...demnach ist der folgende Beitrag de fakto ein solches, auch wenn bloss ein paar wenige Zutaten zusammengeschmissen und verbrutzelt werden. Ich habe mich bislang ein wenig geziert, über das Zusammenrühren von Milch, Mehl und Obst einen extra Beitrag zu schreiben, und eigentlich weiß doch sowieso jeder, wie schnöde Pfannkuchen gemacht werden -  aber uneigentlich futtere ich die Dinger zur Zeit beinahe jeden zweiten Tag und freue mich immer, wie fix und einfach die Teile zubereitet sind. Und ein Rezept ist ein Rezept ist ein Rezept.

Pfannkuchen sind zwar nicht unbedingt der hochgesunde Nährstoffbomber schlechthin, aber lecker und schnell gemacht - und kommen in diesem Fall ohne den bösen, bösen Industriezucker und seinen garstigen Kumpel Weißmehl aus. Da lacht das Vollwertherz.

Obstpfannkuchen 
125 gr. Dinkelvollkornmehl 
200 gr. Hafermilch (wenn man das Zeugs eh in einer Rührschüssel zusammenkippt, braucht man nicht mehr extra 'nen Mixbecher verschmuddeln, deswegen die Angabe in Gramm und nicht in Litern. Wenn man aber gerne spült - 200 gr. Hafermilch entsprechen ungefähr 200 ml. - nee, watt hammer gelacht!)
2 gestrichene Teel. Weinsteinbackpulver (die Hälfte eines 18 gr.-Tütchens also)
1 Eßl. Agavendicksaft (ca. 20 gr.) 
 ggf. Zimt

Äpfel, Bananen, Birnen (oder wonach der Gaumen verlangt, bzw. was der Obstkorb halt gerade hergibt)
Öl zum Braten

Mehl und Backpulver vermischen, dann Milch und Agavendicksaft zugeben und mit einem Schneebesen durchrühren. Den Teig kurz quellen lassen (ob das zwingend notwendig ist? Vermutlich nicht.) Das Obst in die gewünschte Form schneiden (hier haben sich Scheiben bewährt, wer möchte kann aber auch Herzen oder Kugeln schnitzen)

Ein wenig Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, eine Schöpfkelle Pfannkuchenteig in die Pfanne geben und mit Obst belegen. Deckel drauf (wichtig, dann gart der Pfannkuchen besser), bei moderater Hitze so lange backen, bis der Teig auch oben nicht mehr flüssig ist..dann vorsichtig wenden, von der anderen Seite kurz anbrutzeln lassen und schon ist das Mahl zubereitet. Aus o.g. Zutaten lassen sich 3 mittelgroße Pfannkuchen zaubern, was in meinem Fall die absolut perfekte Menge für eine hungrige Sportlerin nach einem langen Lauf darstellt und von mir dann auch absolut ratzeputz im Alleingang verschlungen wird. 

Wenn der Herzmann mitfuttern möchte, mache ich - logischerweise! - die doppelte Menge und gieße den Teig auf ein Backblech (gut einfetten, ich benutze immer eine Silikonbackfolie und trotzdem noch ein wenig Öl), belege das Blech mit Obst und gebe das Ganze für ca. 15 Min. in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Damit erspart man sich das permanente Pfannkuchenbeobachten und -wenden in der Pfanne. Den so entstandenen Riesenpfannkuchen kann man dann entsprechend in Stücke teilen und in trauter Zweisamkeit verspachteln.

Dazu gibt's bei mir oft Schokocreme (uuuh, Zucker!) oder Erdnussbutter (oh Schreck, FETT!) oder aber maximalvollwertige "Pflauprikosensoße", die man ebenfalls fix aus wenigen Ingredienzen zusammenmatschen kann. 

Pflauprikosensoße
200 gr. Trockenaprikosen
200 gr. Trockenpflaumen
330 ml. Orangensaft (die exakte Menge einer O-Saft-Trinkpackung von Alnatura, praktisch, eh? Also nur wenn man gerade keine frischen Apfelsinen zum Selbstpressen daheim hat...natürlich.)
1 Eßl. Agavendicksaft
Zimt, wer mag

Die Trockenfrüchte in einer Schüssel mindestens 1 Stunde im O-Saft einweichen  lassen, dann Agavendicksaft und Zimt zugeben und zu einer dicken, marmeladenartigen Soße zusammenpürieren. Wer es flüssiger möchte, gibt einfach mehr Saft hinzu. 

Serviervorschlag? Jeden Pfannkuchen einzeln mit Pflauprikosensoße bestreichen und die 3 Fladen als Torte übereinanderstapeln und dann mit Messer und Gabel futtern. In Facebook-Sprache: I like!

Die Pflauprikosensoße hält sich im Kühlschrank ziemlich lange und schmeckt auch in Naturjoghurt eingerührt prima zu Müsli oder Obstsalat oder einfach schnöde auf 'nem Brötchen statt Marmelade. Auch auf meinem Sportlerfrühstückstoast macht sie 'nen ziemlich guten Job. Allerdings, einen Schönheitspreis wird die Soße wohl niemals gewinnen - gerade wenn man ungeschwefelte Aprikosen verwendet (was man sollte), hat das Ergebnis eine klatschigbraune Tapetenkleisteroptik und darf daher auch beim heutigen Fotoshooting nicht mit auf Foto, sondern muss sich im Glas dezent im Hintergrund halten.   



Donnerstag, 10. Januar 2013

"Quattro-Pomodori-Sugo"...oder - Nudeln mit Sosse

Mit entsprechender Zeit und Muße im Nacken habe ich durchaus hin und wieder mal ein Herz für Chi-Chi in den heimischen Kochpötten und  ein "Orangenglasiertes Tempeh an Risotto Melanche du Champignonragout in Weißweinschaum und Kerbel-Pesto, balanciert auf Wildgemüsejulienne mit karamellisierten Pecannüssen blablabla" ist echt 'ne Super-Sache - aber oft schreien Zeitplan und Magen schlicht und einfach nach schnöden Nudeln mit Soße. Bäm! 

Meine Lieblingstomatensoßefüraufnudelndrauf hat zwei Vorteile: Sie ist so superschnell gemacht und so simpel, dass ich mich fast schon geniere, dafür überhaupt eine Anleitung zu publizieren, aber...naja, nur fast. Ich bin ja vor nix fies. Zweiter Pluspunkt: Sie trifft auch den Geschmack meines Herzmannes, der mit Tofu, Gemüse und dem "ganzen veganen Scheiss da" nicht immer hinter dem Ofen hervorzulocken ist. Vorsichtig ausgedrückt.

Zur Zubereitung braucht man - oh Wunder! - Tomaten. Und zwar in 4 verschiedenen Variationen...Tomatenmark, Dosentomaten, getrocknete Tomaten und frische. Wer aus Sorge um sein Political-Correctness-Karma zu dieser Jahreszeit keine frischen Tomaten verwenden möchte (was ich im Grunde ja befürworte..aber mein Karma ist eh schon im Eimer, da kommt's darauf jetzt auch nicht mehr an) nimmt einfach die doppelte Menge Dosentomaten. 

Man sollte also folgendes zur Hand haben:
2 rote Zwiebeln (mittelgroß)
Öl zum Anbraten 
2 Eßl. Tomatenmark
1 Dose Tomaten (400 gr.)
200 gr. getrocknete Tomaten (nach Möglichkeit die in Öl und Kräutern eingelegten)
200 gr. frische Tomaten 
1 Eßl. Cashewmus (50 gr.)
400 ml. Wasser *)
   
Gewürze nach Geschmack: Salz, schwarzer Pfeffer, Chayennepfeffer und Zimt
 
Die Zwiebeln würfeln und in einem Topf mit Öl (Rapsöl mit Buttergeschmack, man kann ja nicht oft genug erwähnen wie lecker das ist!) anbraten, bis sie glasig werden. Das Tomatenmark zugeben und kurz mitbrutzeln. 

Die Dosen-/frischen-/getrockneten Tomaten zusammen mit dem Cashewmus und dem Wasser in einen leistungsfähigen Mixer (wie z.B. Mr. Vitamix) geben, einmal auf volle Dröhnung stellen und zu einer sämig-zartroten Brühe vermixen (ca. 1 Minute rödeln lassen, bei weniger starken Mixern dauert's wohl länger. Im Notfall sollte es auch ein schnöder Pürierstab tun). Die Tomatenmischung zu den angebratenen Tomatenmarkzwiebeln in den Topf geben, verrühren und mit Pfeffer, Salz, Chayenne-Pfeffer und einer Prise Zimt (wer mag) abschmecken. Unter Rühren so lange blubbern lassen, bis der Sugo ein bißchen andickt und das war's dann eigentlich schon. 

Jetzt nur noch Nudeln nach Packungsanweisung kochen und schon kann die Miracoli-Mutti den spielenden Frederiiiiico zum Essen rufen. Mit ein bißchen Basilikum oder Oregano könnte man ggf. noch ein bißchen Chi-Chi auf den Teller bringen, aber im Grunde ist das unnötig. Sind ja bloss Nudeln mit Sosse.

Und da ich ja immer wieder vergesse, dass ich keine mehrköpfige Familie zu verköstigen habe, ist die Menge natürlich für mich und den Herzmann deutlich überdimensioniert. Ich schätze, je nach Soßendichte auf den Tellern ergibt das Ganze ca. 6 Portionen. Der Sugo lässt sich aber auch portionsweise einfrieren (und auftauen! Wunderwerk der Küchenkunst!) oder ergibt mit einer Reis-Einlage, ein wenig Gemüsebrühe zum Verdünnen und einem Sahnehäubchen eine leckere Tomatensuppe.  

Knoblauch, Chilischoten, Oregano oder sonstiges Kräutergedöns passt natürlich in jede Tomatensoße, also auch in diese. Darf man also gerne tun.  

*) - Frollein Holles Küchentip: 400 ml. Wasser sind genau die Menge, die in die leere Tomatendose passt, man muss also keinen weiteren Meßbecher einschmuddeln. Und wenn man nur die Hälfte es Wassers mit in den Mixer gibt, kann man mit der anderen Hälfte hinterher den Mixbehälter ausspülen und kein Tomatenfitzelchen geht verloren. Na, was wäre die Welt ohne meine Weisheit? Genau. Nix.

Samstag, 7. April 2012

Erdnussgemüse

Wenn der Inhalt der Kochpötte in der herbivoria!-Küche allzu gemüselastig ist, rümpft der Herr des Hauses öfter mal pikiert die Nase und nuschelt sowas wie "Damachischmirlieber 'ne Tiefkühlpizza!" - grundsätzlich kein Problem, der Herzmann ist schon groß und darf essen, was er will. Aber zumindest hin und wieder finde ich es doch ganz gemütlich, wenn unser beider Teller mit den gleichen Speisen beladen sind und das funktioniert entweder ganz einfach mit schnöden "Nudeln mit Soße" (die gehen immer) oder wenn man der Pflanzenkost durch Nusskontamination ihren Schrecken nimmt. Denn Nüsse mag der Herzmann noch lieber als Nudeln, damit lässt sich sogar "Iiiiih!"-Gemüse ertragen.

Die Zubereitung einer fixen Erdnussgemüsepfanne ist so simpel, dass es dazu eigentlich weder Rezept noch Anleitung braucht, trotzdem:

Zutaten:
2 kleine Zucchini
2 mittelgroße Möhren
2 rote Spitzpaprika
1 Eßl. Kokosöl
Salz, Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Curry
geröstete Erdnüsse (ca. 70 gr. wenn man Nüsse ganz ok findet und ca. 100 gr. wenn man total drauf abfährt)

Das Gemüse putzen, die Möhren schälen und alles nach Gusto in Stifte, Scheiben oder Herzform schneiden. Das Kokosöl im Wok erhitzen, zuerst die Möhren anbraten und ein klitzekleines bißchen schmurgeln, dann das restl. Gemüse zugeben und so lange unter Rühren braten, bis es bissfest-gar ist. Mit Salz, Cayennepfeffer (gerne reichlich, wenn man's scharf mag), Kreuzkümmel und Curry abschmecken, die Erdnüsse zugeben, unterrühren, einen klitzekleines Augenblick mit erhitzen lassen und fertig.

Dazu passt und schmeckt Couscous:


160 gr. Couscous
260 ml. kochendes Wasser
1 halber Teel. Salz
1 Prise Zimt
etwas Öl nach Geschmack

Den/das Couscous mit Salz und Zimt in einem Topf verrühren, mit dem kochendenWasser übergießen und zugedeckt ca. 7-8 Minuten ziehen lassen, danach mit einer Gabel auflockern, ein wenig Öl zugeben und nochmal kurz auf dem Herd erhitzen. Ebenfalls - fertig.

Samstag, 31. März 2012

Linsenbolognese



Die Linsenbolognse ist umgezogen und wohnt jetzt hier:
http://danielamohr.com/mohrblog/2014/09/16/linsenbolognese/

Dienstag, 13. März 2012

Dienstag, 6. Dezember 2011

Linsen-Ironman-Salat

Irgendwann bin ich mal in den Weiten der Bloggosphäre über den "Cronometer" gestolpert, mit dem einige (Vegan-)Blogger ihre Nahrung protokollieren. Wenn man dort also brav seine Futtereien einträgt, errechnet der Cronometer dazu Nährstoffe, Kalorien und sonstigen Schnickschnack und man kann prima überprüfen, ob man den nun auch genug Proteine und Kalzium futtert. 
Grundsätzlich bin zwar eher skeptisch, wenn irgendein ominöses Programm behauptet, meinen Energiebedarf zu kennen und überhaupt finde ich es extrem unsexy, jeden Bissen den man verspachteln möchte, erstmal abzuwiegen und irgendwo einzutragen. Aber als kleine Gedankenstütze ist das Tool manchmal ganz nett, und deswegen benutze ich ihn hin und wieder ganz gerne - und in den letzten Tagen hat mir Herr Cronometer mehrmals am Ärmel gezupft und "Hey, Frollein, Du könntest ruhig mal wieder'n büschen für Deinen Eisenspiegel tun, ständig nur Spekulatius, Zimtsterne und Marzipan futtern bringts nicht auf Dauer!" geplärrt. Um dem Schreihals das Maul zu stopfen, eignen sich zum Beispiel Linsen ganz prima. Zitrone ist ja auch immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen geht, dazu noch Petersilie und rote Paprika und schon darf man mich "eiserne Lady" nennen. Wenn man möchte.

Dieser Linsensalat ist flott gemacht (wenn man zufällig schon einen Pott gekochter Linsen im Kühlschrank stehen hat), hält sich kaltgestellt ein paar Tage und ist gut mit Feldsalat und/oder Kartoffeln kombinierbar. und eignet sich sicherlich auch als Beilage für Grillparties, sollte irgendwann mal wieder ein Sommer kommen. Optisch ist der Salat zwar (wie so ziemlich alles, was mit Linsen zu tun hat) nicht unbedingt die Augenweide schlechthin, aber gerade in diesem Fall kommt es ja nun wirklich auf die inneren Werte an.

Linsen-Ironman-Salat
600 gr. gekochte braune Linsen
2 Eßl. Tomatenmark (ich nehme ich das scharfe mit Chili)
2 Eßl. Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 Frühlingszwiebel
1 Bund glatte Petersilie
1 gute Handvoll Walnusskerne (ca. 40-50 gr.)
ca .50 gr. Sonnenblumenkerne
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 rote Spitzpaprika

Tomatenmark, Öl und Zitrone glattrühren und mit den Linsen vermischen. Frühlingszwiebel, Walnüsse und Petersilie hacken, Paprika würfeln und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter die Linsen rühren. Reichlich mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen und lecker finden. Und schon hält der Cronometer seine vorlaute Klappe.

Und wenn man dann irgendwann keine Linsen mehr sehen kann, kann man einen ähnlichen Salat aus Hirse zusammenbasteln - hier nehme ich allerdings nur 500 gr. (gekochte Hirse), lasse Walnüsse und Sonnenblumekerne weg und mische noch ein Glas Kichererbsen dazu. Volle Eisenkraft voraus!


(P.S. - Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, geschweige denn Ernährungsberater, ich will mir auch gar nicht anmaßen, für den Cronometer eine Empfehlung auszusprechen...Infos zum tatsächlichen Eisenbedarf eines Menschen sowie entsprechende Studien und Meinungen gibt's im Netz zuhauf. Bei mir gibt's bloss Rezepte und einen vollen Teller, sonst nix).

Samstag, 16. Juli 2011

Mango-Tango

Habe ich eigentlich heute schon meiner Begeisterung darüber angemessen Ausdruck verliehen, wie schnell man in der kalten Küche leckere und bunte Gerichte zusammengeschmissen hat? Falls nicht, schiebe ich gleich ein dreifach donnerndes "Yeah, rock'n roooh, baby!" hinterher. Soviel Zeit muss sein.

Gestern habe ich im Bioladen drei lustige Gemüseknollen erstanden, die mir dem aussagekräftigen Namen "Rübchen" deklariert waren und genau so aussehen. Laut Verkäuferin sollten die Teile recht mild und fast süsslich schmecken. Da passte es mir ganz hervorragend in den Kram, dass Kris von Rohzustand ein ziemlich lecker klingendes Rezept für Mango-Chutney auf ihre FB-Pinnwand geklebt hat. Die 5 erforderlichen Zutaten lauerten in meinem Kühlschrank, also konnte es losgehen.
(Zum Video ist noch zu sagen, dass ich ziemlich neidisch auf die Dame bin, die 6-8 Mangos am Tag futtern kann. Hier in Germanien sind die Teile ja doch recht teuer und auch hin und wieder mal fies und faserig. Aber im Moment hat mein Gemüseladen wirklich tolle Mangos, so dass ich zumindest 1-2 am Tag verschlemmen kann. Und wenn das nicht mehr reicht, muss ich halt doch nach Kalifornien auswandern, da waren die Mangos supergünstig und extrem le
cker.)

Eins dieser Rübchen wurde von mir geschält und zusammen mit ca. 1 Eßlöffel Kokosraspel, etwas Zitronensaft und einem Eßlöffel Udo's Oil in der Küchenmaschine mit dem Häkselmesser zu einer reisähnlichen Konsistenz zerraffelt. Die Ölzugabe ist optional und im Grunde nicht wirklich wichtig, es schmeckt ohne genauso gut. Ich hatte mir das gute Fläschken aus den USA mitgebracht und vergesse leider ständig, es zu verwenden....deswegen musste da heute mal ein Löffelchen in den "Kokosreis" (bestehend aus Rübchen).

Den Kokosreis auf einem Teller anrichten, Mango-Chutney nach Video-Anleitung zubereiten (ggf. etwas Himalaya-Kristallsalz drübergeben, wer mag) und das Ganze vergnügt in sich reinfuttern. Geht schnell, ist köstlich...und...ach ja...was soll ich sagen - rock'n rooooh, baby!

Mittwoch, 6. Juli 2011

Gemüsagne


Wer schon als Kind von dem Spruch "Mit Essen spielt man nicht" genervt war, dürfte sich in der Rohkostküche ein Loch in den Bauch freuen, denn hier wird gespielt bis die Schwarte kracht.
Ich hab' noch niemals so toll dekoriertes und angerichtetes Essen gesehen wie in den Rawfood-Restaurants in den USA....jeder Teller ein kleines Kunstwerk, um jedes kleinste Scheibchen Tomate wird nochmal ein Zucchinischnitz gewickelt, überall noch ein Sträußchen Kräuter und es wird gebaut, gebastelt und getürmt. Wenn es stimmt, dass das Auge mitisst, dann waren meine Augen zu dieser Zeit vollgefressene Fettwänste.

In der eigenen Küche bin ich nicht immer eine Freundin von Chi-Chi und Firlefanz, meistens muss es schnell und praktisch zugehen. Aber diese Gemüse-Lasagne ist schneller gemacht als ihr gekochtes Pendant und man spart zudem noch Strom. 100% gegenüber der gekochten Variante, um genau zu sein. Letzten Endes ist sie zwar nix weiter als ein simpler Gemüsesalat, sieht aber viel besser aus.

Man braucht bloss 1 Zucchini, 1 Tomate,
eine handvoll frischer Champignons, ein paar Löffel Tomacado und Würznüsse - und ungefähr 5 Minuten Zeit. Das passt.

Einfach die Zucchini mit einem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden, auf einem Teller eine Lage "Zucchiniblätter" auslegen, eine Lage Champignon- und eine Lage Tomatenscheiben auflegen, mit Tomacado bestreichen, Würznüsse drüberstreuen und mit der nächsten Lage Zucchiniblätter abdecken. So hoch stapeln, wie man Lust und Hunger hat, mit einer Lage Würznüsse abschließen und sich selbst kredenzen.

Wer mag, kann natürlich auch noch frische Spinatblätter, geriebene Möhren oder Paprika zwischen die Zucchini packen, und statt Tomacado (oder zusätzlich) rohen Cashewkäse mit einschichten.

Dienstag, 28. Juni 2011

Rohe Pasta e basta!

Kelpnudeln in Tomatensoße (eine handvoll getrockneter Tomaten, eine frische Tomate und Kräuter aus dem Garten pürieren und dann roh und kalt unter die Algennüdelkes mischen, die ihrerseits auch roh und kalt bleiben) in einem Bettchen aus Zucchininudeln (Zucchini mit Sparschäler in Streifen schneiden), darüber gehackte Walnüsse (scharf gemischt mit Cayennepfeffer, Paprika, Pfeffer, Knoblauch, Oregano) und daneben ein Klecks frischer selbstgemachter Cashewbutter - und feddisch ist der Rock'n Roh!

Als ich danach auf der Wiese herumgekrochen bin und Löwenzahn für meinen Grünberger (auch als "Green Smoothie"bekannt, aber ich finde "Smoothie" ist das allerdämlichste Wort des 21. Jahrhunderts. Klingt doof und lässt sich nicht aussprechen. Da mach' ich nicht mit!) zusammengerupft habe, fragt der Herr des Hauses zaghaft an, wie freakig ich denn jetzt nun noch zu werden gedenke.

Hm. Mal sehen.
Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.


*) wer mehr über die Grünberger wissen will, klickt hier - oder fragt Herrn Google for further informations.

Samstag, 2. April 2011

Flexi-Senflinsen

Bei meinem Versuch, mich einigermassen elegant durch 12-Stunden-Arbeitstage, zahlreiche Hobbys und die übliche erforderliche Arbeit an Haus und Hof zu navigieren, finde ich es oft schwierig, auch noch Zwischenstopps am Herd für eine vollwertige Ernährung einzubauen. Daher bin ich ein großer Fan von recyclefähigen Gerichten - einmal 'nen großen Pott voll gekocht, für die nächsten Tage unter Zuhilfenahme einfacher Zutaten mehrfach neu kombinierbar.

Derzeitiger Favorit in meinem Topf sind Senf-Linsen...flott aus wenigen einfachen Zutaten zubereitet, lecker, gesund, vollwertig - und sehr vielseitig. Das Ursprungsrezept stammt von Tim Mälzer und ist über eine Freundin zu mir gewandert, wo es nach ein paar Modifikation zum Dauerbrenner in meinem Kochtopf geworden ist.

Zutaten:


2 große rote Zwiebeln
500 gr. grüne Linsen (oder was gerade im Vorratsschrank liegt...Beluga-Linsen, Puy-Linsen, Pardina-Linsen, stinknormale Tellerlinsen..geht alles, nur keine geschälten Linsen, das wird zu pampig)
1 Liter Gemüsebrühe
3-4 Eßl. Senf
3-4 Eßl. Balsamico-Essig
1 Eßl. Zitronensaft
1 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer, etwas Agavendicksaft
Olivenöl

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin anbraten, bis sie glasig sind. Die gewaschenen Linsen dazugeben, kurz andünsten und mit 1 Liter Gemüsebrühe aufgießen. Nun ca. 30 Min. köcheln, bis die Linsen weich sind.

(Ein Wort zur Flüssigkeitsmenge - aus irgendeinem Grund brauche ich für Linsen-/Quinoa-/Amaranth/Hirsegerichte etc. immer und ohne Ausnahme weniger Flüssigkeit als im Original-Rezept angegegen. Ob's an der hohen Luftfeuchtigkeit unserer Region oder an meinem Herd liegt...keine Ahnung. Es kann also wohl sein, dass der geneigte Nach-Kocher mehr Flüssigkeit benötigen wird als den einen Liter, den ich im Rezept angegeben habe. Wenn die Linsen also vor Ende der Kochzeit das Wasser komplett aufgesaugt haben und am Boden ansetzen, ruhig etwas Flüssigkeit nachgiessen. Das Wasser soll zwar zum Ende der Kochzeit komplett aufgenommen sein, aber komplett vertrocknen und anbrennen sollten die Linsen nach Möglichkeit nicht. Aber da wird vermutlich jeder selbst drauf kommen. Ich sag' ja nur....sicher ist sicher).


Wenn das Wasser aufgenommen und die Linsen weich sind, den Essig, Zitronensaft und Senf unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Geschmack etwas Agavendicksaft zugeben, wenn es zu sauer wird. Den Schnittlauch fein hacken und untermischen. Fertig.

Die erste Portion futtere ich immer sofort. Dann kommt nach Abkühlen der Deckel auf'n Pott und die Linsen werden im Kühlschrank geparkt. Die Linsen schmecken warm und kalt.

Als Mittagsfutter im Büro schmecken die Senflinsen, wenn man sie mit Gurke und Tomate vermischt und kalt als Linsensalat futtert. Auch ohne jede Zugabe schmecken die Linsen kalt, vielleicht mit einem Vollkornbbrötchen. Am nächsten Abend passen sie prima zu Vollkorn-Bandnudeln oder Kartoffeln, ins Büro dürften sie dann wieder kalt mit geriebenen Möhren und gebratenen Tofuwürfeln mitreisen. Desweiteren sind sie lecker zu Kartoffeln und zu jeder Art von grünem Salat. Geriebene rote Beete ist auch prima als Linsensalat-Beigabe.

Leider - egal wie man sich auch anstrengt - besonders ansehnlich werden die Senflinsen niemals werden. Das dunkle Kochwasser in Kombination mit dem braunen Essig und dem Senf ergibt eine bräunlich-grauen Pampe, die auch der Schnittlauch nicht mehr wirklich aufhübschen kann. Da muss man dann einfach mal drüber hinwegsehen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Die Geschichte vom Döppekooche

Vermutlich wird außerhalb des Rheinlands und des Westerwalds niemandem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn man von einer großen Schüssel geriebener, roher Kartoffeln berichtet, die mit Zwiebeln, Eiern, Speck und Mettwurst vermanscht werden, dann in einen Bräter gekippt und im Ofen 2 Stunden lang zu einer matschig-würzigen Einheit mit brauner (Idealfall) oder gar schwarzer (kommt öfter schon mal vor) Kruste gebacken werden, um dann im Duett mit Apfelmus verspachtelt zu werden. Bei uns nennt man dieses deftige Unikum "Döppekooche" und es wird traditionell in der Zeit um Sankt Martin serviert.

Bei uns daheim war die Zubereitung meistens Männersache, Papa war Döppekooche-Meister und hat die erforderlichen Kartoffelberge sogar von Hand gerieben (was ihm in regelmässigen Abständen die ein- oder andere Fingerkuppe gekostet hat). Wir hatten ein riesigen gußeisernen Bräter, der meines Wissen nie für etwas Anderes als Döppekooche verwendet wurde. Am Ende
der Backzeit kam noch einmal Spannung auf, als der Kartoffelkerl rücklings auf den Bräterdeckel gestürzt wurde....wird er sich in einem Stück aus der Form lösen und sich als dampfender, braunknuspriger Laib präsentieren? Oder macht es einmal "Flotsch" und das Innenleben plumpst auf den Deckel, während die Kruste (ach, die KRUSTE!) im Bräter klebenbleibt, mühselig abgekratzt und notdürftig wieder angebastelt werden muss? Ganz egal wie die Geschichte ausging - Döppekooche war für mich immer ein leckeres Highlight, das ungedudig erwartet wurde.

Der Gedanke an einen tierfreien Döppekooche kam mir in den letzten beiden Jahren zwar des öfteren, aber zum einen gab es immer genug andere leckere Rezepte zu testen, und zum anderen ist es natürlich schwierig, sich für Eier, Speck und Mettwurst tierfreie Alternativen auszudenken.
Aber in den vergangen eiskalten Wochen habe ich ein wenig herumgespielt und ein für mich mehr als akzeptables Pendant gefunden, dass sich hinter seinem Speckbruder nicht zu verstecken braucht.


Zuerst habe ich ein wenig mit Tofuwürstchen statt Mettwürsten getestet, aber irgendwie war das alles Murks - dann dachte ich mir, wenn ich eh schon alles an dem Gericht verändere, mache ich einfach eine ganz neue Variante und präsentiere he
ute den

Deftigen Döppekoche mit Cranberries und Apfel-Bananen-Kompott mit Curry

Für zwei unglaublich verfressene oder 4 moderat-futternde Personen braucht man

1,5 kg festkochende Kartoffeln (ungeschält gewogen)
2 große rote Zwiebeln
125 gr. Cranberries
3 Eßl. Sojamehl
1 Zehe Knoblauch
Salz, schwarzer Pfeffer, Grillgewürz (am liebsten "Spicy Grill" von Vantastic Foods..nein, ich bekomme keine Prozente und ja, ich steh da im Moment eben drauf)
Sonnenblumenöl

Für das Kompott:

300 gr. Bananen (vollreif)
300 gr. säuerliche Äpfel
(Äpfel und Bananen geschält und entkernt gewogen. Also, nur die Äpfel sind entkernt, ist klar, ne?)
Saft von 2-3 Zitronen
150 gr. Rohrohrzucker
1,5-2 Teel. Curry (je nachdem welche Mischung man verwendet, einfach mal testen)

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Kartoffeln schälen und mit der Küchenmaschine reiben - am besten die Hälfte auf der feine Reibe, und die andere Hälfte der Kartoffeln etwas grober. Ein wenig Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln fein hacken und zusammen mit den Cranberries anbraten, dabei mit dem Grillgewürz bestäuben.

Den Kartoffelpamps gut würzen, ich habe fast 2 Eßl. Salz genommen und wirklich reichlich Pfeffer und Paprika, ich mag's aber auch sehr gerne richtig deftig. Das Sojamehl "einsieben" und gut mit der Kartoffelmasse vermischen. Zwiebeln und Cranberries zugeben und untermischen.

Was die Backform angeht - Ein beschichteter Bräter ist prima, oder eine 26 cm-Springform...ich habe die Masse auch schon in Metall-Muffinförmchen als Mini-Döppekööchlein gebacken, die "Teigmenge reicht dann genau für 12 Stück. Ganz wichtig ist gutes Einfetten - ich muss gestehen, bislang ist es mir noch nicht 100% gelungen, den Döppekooche absolut intakt aus der Form (welche auch immer) zu holen.

Wenn der Teig im Bräter oder der Springform gebacken wird, muss er 1,5 Stunden im Ofen verweilen...nach 1 Stunde pinsele ich die Oberfläche mit Sonnenblumenöl ein (macht super Kruste, Baby!) und gegen Ende der Backzeit nochmal, dann bekommt der Döppekooche nochmal kurz eine Oberflächenbehandlung mit der Oberhitze im Ofen und feddisch ist die Laube. Für die Mini-Döppe-Muffin-Babies reichen 45 Minuten, und sie werden ebenfalls zweimal geölt und am Ende be-ober-hitzt.

Während das Biest im Ofen bäckt, werden Äpfel und Bananen geschält und in einen Topf gegeben. Dann kommen Zitronensaft und Zucker dazu und das Ganze wird auf mittlerer Flamme so lange geköchelt, bis die Äpfel weich sind. Dann bekommt der Topfinhalt noch eine gründliche Massage mit dem Pürierstab, bis ein weiches Kompott entstanden ist. Dazu gibt man das Currypulver, rührt das Ganze nochmal gut durch und...fertig. Die oben angegebene Menge ergibt mehr Kompott als für 1x-Döppekooche-Beilage nötig wäre - aber ich mag das Zeugs so gerne, deswegen koche ich halt immer mehr und fülle eine Portion kochenheiß in ein ausgespültes Schraubglas und lasse es darin abkühlen. Passt zu allem, wenn man Curry mag...ich esse das Kompott zu Bratkartoffeln, gebratenem Tofu, oder gebe es zu gedämpftem Gemüse. Oder aufs Brot.

Mittlerweile ist dann wohl auch der Döppekooche fertig und wird - wie auch immer - aus der Form gelöst, in Stücke geschnitten und auf Tellern plaziert. Das Kompott kann man kalt oder auch warm dazu servieren.

Statt der Cranberries haben wir auch schon kleingeschnittene, getrocknete Aprikosen im Döppekooche gegessen - die werden ebenso mit den Zwiebeln in der Pfanne angebraten und untergerührt. Ich fand's lecker, dem Omniboy waren die Aprikosen zu süß. Mit der Cranberry-Variante sind wir aber beide zufrieden.

Statt der Trockenfrüchte kann man natürlich auch irgendeinen Fleischersatz nehmen, vermutlich funzt das Ganze mit Seitan oder veganen Bockwürstchen ganz passabel, Räuchertofu kann man bestimmt auch prima verwenden. Dazu wäre dann wohl eher das "klassische" Apfelkompott passend. Aber...das ist dann eine andere Geschichte, die irgendjemand anderes erzählen soll, ich bin vollends zufrieden mit dem Cranberry-Kooche.
Leider ist das Teil ein undankbares Modell und sieht auf Fotos nicht wirklich lecker aus. Aber....ich glaube, für sein gutes Aussehen wird der Döppekooche hier im Rheinland sowieso nicht geliebt, das sind eher die inneren, nostalgischen Werte ;)

Montag, 3. Januar 2011

Quinoa-Möhren-Buletten mit Mandeln

Herzlich Willkommen zum Teil 2 der Reihe "Nieder mit dem Fertigfraß!" - heute mit der Folge "Quinoa-Möhren-Buletten mit Mandeln". Licht aus, Spot an!

Die Quinoa-Körner über Nacht in warmen Wasser einweichen, am nächsten Morgen abgießen und tagsüber im Keimglas vor sich hin keimen lassen...und abends hat man schon nach nur 24 Stunden verbulettenfähige Sprossen. Heureka.

Zutaten:

1 Tasse Quinoa-Sprossen
1 Möhre
1/2 Tasse Vollkornsemmelbrösel

1 Eßl. Zitronensaft
2 Eßl. Sojasauce
1/2 Teel. Salz
2 Teel. Grillgewürz (am liebsten "Spicy Grill" von Vantastic Foods, das hat richtig Bumms! Jedes andere geht aber auch....oder man mischt selbst was zusammen) *)
2 Eßl. Sonnenblumenöl
1/2 Tasse Mandeln
1/2 Tasse Gluten **)
ca. 1/4 Tasse Wasser
Öl zum Braten

Die Möhre schälen und fein reiben, Mandeln hacken (nicht allzu fein, dann bekommen die Buletten lecker Biß) und zusammen mit den Sprossen, den Bröseln, Gewürzen und Öl in einer Schüssel vermischen. Glutenmehl drüberstreuen und mit dem Sprossen-Möhren-Pamps verkneten, dabei soviel Wasser zugeben dass der "Teig" fest, aber formbar wird.

Sonnenblumenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, mit geölten Händen Klopse formen, flachdrücken und im Öl knusprig braun ausbacken.

Die Klopse sind heiß direkt aus der Pfanne super und durch die Sprossen und Mandeln richtig knusprig - taugen aber genauso gut zwischen zwei Brotscheiben geklemmt und mit ein paar Salatblättchen gewandet als Bürofutter.

*) Edit: Der Loverboy meinte, ich sollte darauf hinweisen, dass die Klopse vielleicht für den "Normalgaumen" zu scharf sein könnten. Ich habe 2 angehäufte Teelöffel von dem Grillgewürz genommen...für Schärfe-Sissis reicht dann also wohl einer. Einfach mal testen, nachwürzen kann man ja immer noch.

**) Gluten ist reines Weizeneiweiß. Der preiswerteste Anbieter ist Veganwonderland
, und bei Alles-vegetarisch gibt's Gluten in Bio-Qualität. Weil das Zeugs ziemlich schnell abbindet sobald es feucht wird, sollte man das Pulver gut mit den Zutaten vermischen und wirklich fix verkneten, sonst bilden sich gummiartige Fäden.

Samstag, 2. Oktober 2010

Herbstkraut



Das Rezept fürs Herbstkraut ist umgezogen und wohnt jetzt hier:
http://danielamohr.com/mohrblog/2014/09/26/herbstkraut/

Sonntag, 25. Juli 2010

Mango-Dhal mit Kokos

So ein indisches Dhal ist vielleicht zumindest optisch nicht die beste Wahl wenn Gäste kommen - man kann es anrichten und drapieren wie man möchte, es sieht letztlich auf dem Teller immer aus wie Kinderdurchfall. Meine persönliche Lösung für dieses Problem - erst gar keine Gäste einladen und das Dhal mit Stumpf und Stiel alleine essen. Ätsch!

Meine heutige Dhal-Variante könnte "einmal quer durch den Gewürzschrank" heißen...oder simpel "Mango-Dhal mit Kokos".


Zutaten:

1 Handvoll Kokosraspel

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

1 Eßl. fein gehackter frischer Ingwer (oder weniger, wenn man nicht so auf Ingwer steht - 1 Eßl. schmeckt man im Essen schon deutlich heraus)

1 Teel. Senfkörner

1 Teel. Kreuzkümmelsamen (nicht den gemahlenen Kreuzkümmel nehmen)

3 getrocknete Chilis (von der scharfen Sorte)

1 halber Teel. Zimt

1 Teel. Garam Masala

1 Teel. Mangopulver

Salz
Koriander, Kardamom (ich nehme ganze Stücke), Curry und Kurkuma nach Geschmack

250 gr. rote Linsen
1 Dose Mango (250 gr. Abtropfgewicht)

1 Dose Kokosmilch

Öl, Wasser

Als Beilage: Reis oder Naan-Brot

Die Mangos abtropfen lassen, in Stücke schneiden und den Sud auffangen. Die Kokosraspel in einer beschichteten Pfanne ohne Fett rösten. Danach Öl (Alba-Öl schmeckt am besten) in einem Topf erhitzen und die Senfkörner, Kreuzkümmelsamen und zerriebenen Chilischoten darin anrösten. Nach kurzer Zeit beginnen die Senfkörner hochzuspringen wie Popcorn - hier ist also ein bißchen Vorsicht geboten wenn einem sein Augenlicht lieb ist. Sobald die Körner also poppen, die gewürfelten Zwiebeln, die zerdrückten Knoblauchzehen und den Ingwer zugeben und unter Rühren glasig dünsten lassen. Die Linsen zugeben und mit dem Mangosud aufgießen.

Die übrigen Gewürze unterrühren und die Kokosmilch zugeben. Fleißig rühren (eventuell mit Wasser aufgießen wenn es zu fest wird) bis die Linsen zerfallen, weich werden und der Topfinhalt eine Gehirnmassen-Optik annimmt.

Zum Schluß die Mangostücke unterrühren, nochmal kurz erwärmen (nicht zu lange, die Mango soll stückig bleiben), den Pamps auf Reis oder Naan-Brot anrichten und reichlich mit Kokosraspeln bestreuen.

Es heißt ja, das Auge ißt mit...also...naja...also in diesem Fall muss das Auge wohl ausnahmsweise mal fasten. Der Gaumen freut sich dafür umso mehr. Versprochen.

(Wenn man eine gute frische Mango bekommen kann, kann man das Dhal natürlich auch damit zubereiten. Die Mangostücke sollte man dann kurz vorher mit etwas Curry scharf anbraten, beiseite stellen und erst zum Schluß wieder zugeben. Mangosud gibbet dann natürlich keinen, dann werden die Linsen halt mit Wasser aufgegossen).

Montag, 1. März 2010

Knusperwürzige Linsenplätzchen


Diese pikanten Klopse vereinen zwei meiner großen Vorlieben in der Küche - die Vorliebe für rote Linsen und die Vorliebe fürs Mit-den-Händen-im-Essen-matschen. Außerdem ist es fix gemacht, als Linsenjunkie habe ich immer eine große Schüssel gekochter Linsen im Kühlschrank. Das Grundrezept ist an die Chickpea-Cutlets aus dem Veganomicon angelehnt.

Zutaten:
1 Tasse gekochte rote Linsen
1 halbe Tasse Semmelbrösel
1 halbe Tasse Gluten
2 Eßl. Sojasoße
2 Eßl. Sesamöl (geröstet)
1 Eßl. Limettensaft
1/4 Tasse Wasser
1 Chilischote, groß, rot scharf (Ähnlichkeiten mit der Autorin sind natürlich rein...naja....also...)
je nach Gusto Koriander, Kreuzkümmel, Paprika, Ingwer, Zimt
Sesam, Schwarzkümmel
Kokosöl zum Braten

Die Linsen in einer Schüssel per Löffel mit den Semmelbröseln, der Sojasoße und dem Öl vermischen, nach Geschmack würzen, die Chili fein hacken und unterrühren. Das Gluten drüberstreuen, Wasser zugeben und...jippieh...gründlich mit den Händen zu einer festen Masse vermatschen, bis der Teig anfängt, gummiartige Fäden zu ziehen. Nun zu Bällchen, flachen Talern oder wahlweise der Venus von Milo formen, in Sesam und Schwarzkümmel wälzen und in einer Pfanne in heißem Kokosöl knusprig braten.

Die Linsentaler sind heiß schon großartig als Beilage zu allen und jedem, aber kalt fast noch besser. Somit sind sie ein optimales Büro-Mittagessen und schmecken sowohl dem omnivoren Loverboy als auch dem fleischfressenden Lieblings-Chef.

Ich liebe es ja wenn die Schärfe am Gaumen kesselt, aber zu etwas milderen Currys mit Kokosmilch lasse ich die Chilischote aus Harmoniegründen meistens weg. Zu indischen Gerichten passt auch Garam Masala als "Hauptwürze" sehr gut (hier lasse ich die Chili auch schon mal weg und nehme gehackte Datteln) und falls wieder mal Vampire am Fenster kratzen, ist Knoblauch auch eine köstliche Ergänzung zur o.g. Zutatenliste.

(Ich weiß, die Teile auf dem Foto könnten deutlich besser angerichtet oder dekoriert sein, aber hey...ich hatte HUNGER!)

Montag, 1. Februar 2010

Mein Lieblings-Rotkohl

Wer im Sommer Kappes klaut,
hat im Winter Sauerkraut.


Und da ich im Sommer anderweitig beschäftigt war und die Kappes-Klauerei komplett verschwitzt habe, gibt's bei mir im Winter stattdessen Rotkohl, im Rheinland auch als "ruude Kappes" bekannt. Diese Variante mit Zimt, Ingwer und roter Beete hat sich im Laufe der kalten Tage als mein Favorit herauskristallisiert:

Man nehme:

1 mittelgroßer Rotkohl (bei mir waren's ohne Strunk 1,2 kg)
2 Zwiebeln
Alba-Öl
2 Eßl. gehackter Ingwer
650 ml Rotwein

1 rote Beete (ca. 350 gr. ohne Schale)
2 säuerliche Äpfel

2 Eßl. Pflaumen-Mus
2 Eßl. Agavendicksaft

1 gestr. Teel. Nelkenpulver
1 gestr. Teel. Zimt
Salz
Pfeffer


Alba-Öl in einem Düppe...ähm...TOPF erhitzen, Zwiebeln darin glasig dünsten und den geschnittenen Kappeskopp (Herrgott...Kohlkopf) dazugeben. Mit dem Rotwein aufgiessen, Ingwer dazugeben und das Pflaumenmus und den Agavendicksaft unterrühren. Mit Salz, Pfeffer, Zimt und Nelken würzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Rote Beete (hieß bei uns immer "Groote" und der frischgepresste Saft derselben, den meine Mutter uns gerne aufgenötigt hat, ließ sich wunderbar farbenfroh wieder erbrechen) schälen, würfeln und mit den ebenfalls gewürfelten Äpfeln in den Topf geben. Noch ca. 50 Minuten kochen.

Dazu gab's bei mir heute Kichererbsen-Kartoffelpürree: Mehligkochende Kartoffeln schälen, weichkochen und zusammen mit einem Glas Kichererbsen im Topf zerstampfen. Reichlich salzen, pfeffern, ein wenig Sesamöl zugeben und mit Hafersahne zu einer geschmeidigen Pampe verrühren. Kappes in einen Teller geben, Tuffelspüree druff und mit geröstetem Sesam bestreuen.

......und sowatt von lecker finden!


(Wer keine rote Beete mag, kann diese natürlich weglassen, das tut dem Rezept keinen Abbruch....ohne Ingwer geht's auch - und wer keinen Rotkohl mag, kann den Wein auch pur süffeln.)

Freitag, 9. Oktober 2009

Goldspinat und Tempehtaler

Nochmal etwas Einfaches aus der Frollein Holle-Versuchsküche - ein kinderleichtes Rezept, aber durch das Orangen-Filetieren und Spinatputzen ein kleiner, gemeiner Zeitfresser.


Goldspinat

1 kleine rote Zwiebel
1 Eßl. Feigensenf (oder ein anderer süßlicher Senf, notfalls "normalen" Senf mit einer Spur Agavendicksaft mischen)
Salz, Curry, Kurkuma, Chilipulver
Hafersahne
3 Orangen
frischer Spinat

Tempehtaler
5-6 Scheiben Tempeh (in meinem Bioladen gibt es Tempeh als Rolle, daher ergibt sich die Taler-Form)
Sojasoße
Maisstärke / Wasser
Sesam

Zuallererst den Tempeh in Scheiben schneiden und mit etwas Sojasoße marinieren.

Dann den Spinat putzen, waschen und hacken - und zwar so viel, das am Ende ca. 3 große Handvoll rauskommen. Die Orangen schälen und filetieren, dabei den Saft auffangen und auch die ausgebeinten Orangen-Gerippe am Ende auch nochmal kräftig ausdrücken.

Ca. 2 Teel. Maisstärke mit ca. 3 Eßl. Wasser zu einer dicken Soße verrühren. Die Tempehschreiben durchziehen und danach in reichlich Sesam wälzen, Sesamkörner gut andrücken.

Die Zwiebel würfeln und in etwas Alba-Öl in einer großen Pfanne (in meinem Fall: Wok) glasig dünsten, den Senf zugeben, kurz rühren und die Orangen-Filets + Saft zugeben. Kurz erhitzen, dann die Hafersahne einrühren (ca. 2 Eßl.) Mit Salz, Curry, Kurkuma und Chili würzen, den Spinat zugeben und vorsichtig rühren, bis er zusammengefallen ist. (Je mehr man rührt, umso mehr zerfallen die Orangenfilets..also..sachte, sachte..)

Albaöl in einer anderen Pfanne erhitzen und die Tempeh-Taler darin goldbraun und knusrig braten (am irgendwo zwischen "Orangen-Filets zugeben"...dann werden die beiden Sachen auch gleichzeitig fertig).

Heute wollte ich eigentlich nur testen, ob das Ganze so funktioniert und schmeckt wie ich mir das im Kopf "zurechtgekocht" habe, daher gab's heute erstmal keine weiteren Beilagen. Beim nächsten Mal werde ich wohl Couscous dazu servieren oder den Orangen-Spinat mit Pasta vermischen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Kürbis-Ingwer-Pasta

Da im Casa Nostra derzeit niemand Zeit und Lust zu komplizierten Kochschlachten hat, gibt es bei uns momentan ausschließlich Fastfood - schnelle Gerichte mit wenigen Zutaten, die schnell mal zwischen Tür und Angel zusammengeschnibbelt und -gebruzzelt sind, wie z.B. diese

Kürbis-Ingwer-Pasta

Dieses Gericht haben wir bereits in der Prävegan-Ära zur Kürbissaison geliebt, dann allerdings öfter mit gegrillten Riesengarnelen als Beilage (die allerdings heute niemand wirklich vermisst).

Zutaten:
1 mittelgroßer Hokkaido-Kürbis
1 rote Zwiebel
1 Stück Ingwer (ca. 40-50 gr)
1 rote Peperoni
Kokosöl
Kürbiskerne
Kokosmilch
Salz
Wasser, Gemüsebrühe
Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma, Curry, Cayenne-Pfeffer, Zimt
1 Packung Vollkornlinguini

Zubereitung:
Ca. 2 Handvoll Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und beiseite stellen.
Den Kürbis zerteilen, Kerne mit einem Löffel entfernen und in Würfel schneiden (den Kürbis, nicht die Kerne). Zwiebel, Peperoni und Ingwer ebenfalls würfeln (den Ingwer so fein wie möglich). Kokosöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin andünsten. Sobald sie glasig sind, springt der Rest der Würfelgesellschaft ebenfalls in den Topf, kurz anbrutzeln und mit einer Tasse Gemüsebrühe und etwas Salz aufgießen. So lange köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist, kurz durchpürieren und soviel Kokosmilch zugeben, bis eine Konsistenz zwischen "Eintopf" und "Sieger des Babybrei-Lookalike-Contest 2009" erreicht ist. Mit Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma, Curry, Cayenne-Pfeffer und Zimt abschmecken.

Irgendwann zwischen "Kürbis-Köcheln" und "-pürieren" eine Packung Vollkornlinguini nach Packungsanweisung al dente kochen, abgießen, auf einem Teller anrichten und mit der Kürbis-Ingwer-Breisoße vermischen, zum Schluß mit den gerösteten Kürbiskernen bestreuen.

(Knoblauch landet bei uns auch schon mal sehr gerne in diesem Gericht - fällt allerdings heute wg. sozialer Verpflichtungen flach)

"Nee, also...veganes Essen ist mir echt zu aufwändig und teuer....und so richtig schmecken tut's mir auch nicht..."
"Ach komm, such' Dir 'ne bessere Ausrede!"

Samstag, 8. August 2009

Nussiglinsige Zucchinitorte


Das Rezept für die Zucchinitarte ist umgezogen und wohnt jetzt hier:
http://danielamohr.com/mohrblog/2014/10/12/nussiglinsige-zucchinitorte/

Sonntag, 2. August 2009

van helsings favourite potatoestuff

This dish is for those who like it simple, quick and spicy - it only includes potatoes, green beans, chilis and garlic....much garlic. Go for it!

First cook some unpeeled potatoes in a steamer like that (if you don't have one, please buy one as soon as possible - it's really ESSENTIAL for preparing vegetables, they taste so much better than when they are cooked in boiling water) wait a moment, then add the green beans. If both are "al dente", take them out of the steamer, let them cool down and cut them to pieces.

Heat some coconut oil in a frying pan, powder the potatopieces with a mixture of chili (take the extra-hot one), paprika, turmeric, salt and a little coriander and roast it all in the pan. Wait a moment and then add the beans, too. Snip one or two (this is the part which will distinguish the tough guys from the sissies) fresh red chillies, chop one (oh, you coward!) or two (same sissy-thing for that) cloves of garlic and mix it with the potatoe-beans.

When the potatoes turn crispy, arrange this stuff on a plate, sprinkle it with black cumin (did you know that prophet Mohammed himself declared "black cumin heals every disease except of death"...so black cumin seems to be healthy, don't you agree??) and enjoy. Go to bed and sleep well - your breath will keep every vampire from your door this night. Sleep and don't think of tomorrow when nobody will want to share a room with you, you garlicmonster.

As you can see on the pic we had some tofu coated with almond slivers as a side dish. Of course marinad in red hot chili pepper, LOTS of red REALLY hot chili pepper....just to make really sure that we are definitely no sissies.