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Dienstag, 6. Dezember 2011

Linsen-Ironman-Salat

Irgendwann bin ich mal in den Weiten der Bloggosphäre über den "Cronometer" gestolpert, mit dem einige (Vegan-)Blogger ihre Nahrung protokollieren. Wenn man dort also brav seine Futtereien einträgt, errechnet der Cronometer dazu Nährstoffe, Kalorien und sonstigen Schnickschnack und man kann prima überprüfen, ob man den nun auch genug Proteine und Kalzium futtert. 
Grundsätzlich bin zwar eher skeptisch, wenn irgendein ominöses Programm behauptet, meinen Energiebedarf zu kennen und überhaupt finde ich es extrem unsexy, jeden Bissen den man verspachteln möchte, erstmal abzuwiegen und irgendwo einzutragen. Aber als kleine Gedankenstütze ist das Tool manchmal ganz nett, und deswegen benutze ich ihn hin und wieder ganz gerne - und in den letzten Tagen hat mir Herr Cronometer mehrmals am Ärmel gezupft und "Hey, Frollein, Du könntest ruhig mal wieder'n büschen für Deinen Eisenspiegel tun, ständig nur Spekulatius, Zimtsterne und Marzipan futtern bringts nicht auf Dauer!" geplärrt. Um dem Schreihals das Maul zu stopfen, eignen sich zum Beispiel Linsen ganz prima. Zitrone ist ja auch immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen geht, dazu noch Petersilie und rote Paprika und schon darf man mich "eiserne Lady" nennen. Wenn man möchte.

Dieser Linsensalat ist flott gemacht (wenn man zufällig schon einen Pott gekochter Linsen im Kühlschrank stehen hat), hält sich kaltgestellt ein paar Tage und ist gut mit Feldsalat und/oder Kartoffeln kombinierbar. und eignet sich sicherlich auch als Beilage für Grillparties, sollte irgendwann mal wieder ein Sommer kommen. Optisch ist der Salat zwar (wie so ziemlich alles, was mit Linsen zu tun hat) nicht unbedingt die Augenweide schlechthin, aber gerade in diesem Fall kommt es ja nun wirklich auf die inneren Werte an.

Linsen-Ironman-Salat
600 gr. gekochte braune Linsen
2 Eßl. Tomatenmark (ich nehme ich das scharfe mit Chili)
2 Eßl. Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 Frühlingszwiebel
1 Bund glatte Petersilie
1 gute Handvoll Walnusskerne (ca. 40-50 gr.)
ca .50 gr. Sonnenblumenkerne
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 rote Spitzpaprika

Tomatenmark, Öl und Zitrone glattrühren und mit den Linsen vermischen. Frühlingszwiebel, Walnüsse und Petersilie hacken, Paprika würfeln und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter die Linsen rühren. Reichlich mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen und lecker finden. Und schon hält der Cronometer seine vorlaute Klappe.

Und wenn man dann irgendwann keine Linsen mehr sehen kann, kann man einen ähnlichen Salat aus Hirse zusammenbasteln - hier nehme ich allerdings nur 500 gr. (gekochte Hirse), lasse Walnüsse und Sonnenblumekerne weg und mische noch ein Glas Kichererbsen dazu. Volle Eisenkraft voraus!


(P.S. - Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, geschweige denn Ernährungsberater, ich will mir auch gar nicht anmaßen, für den Cronometer eine Empfehlung auszusprechen...Infos zum tatsächlichen Eisenbedarf eines Menschen sowie entsprechende Studien und Meinungen gibt's im Netz zuhauf. Bei mir gibt's bloss Rezepte und einen vollen Teller, sonst nix).

Samstag, 5. November 2011

Deftiger Mayo-Tofusalat

Alle Jahre wieder lösen die frühe Dunkelheit und die trüben, kalten Tage bei mir eine gewisse Grundknatschigkeit aus, die erwiesenermassen nur mit einer Monstertasse heißer Schokolade und fettigem, deftigem Essen geheilt werden kann.
Derzeitige Lieblingsmedizin auf meinem Teller:
Deftiger Mayo-Tofusalat -
oder "Salat nach Art eines Fleischsalats, nur ohne Fleisch und so'n fieses totes Zeug"

Wer zu omnivoren Zeiten fettigen Wurstsalat mit
Mayo oder Eiersalat mochte, wird diesen Tofuschlotz lieben. Versprochen.

Zuerst fabrizieren wir die wunderbar deftig-fettige Mayo-Soße wie folgt:
Zutaten:
50 ml Sojamilch
150 ml Rapsöl

1 (gut befüllter) Teel. Dijon-Senf

1 Eßl. Weißweinessig


Sojamilch und Rapsöl für ein paar Stunden im Kühlschrank parken, damit sie die gleiche Temperatur haben. Danach beides in ein hohes Mixgefäss füllen, Senf und Essig zugeben und nach dieser Anleitung eine dicke Mayonnaise herstellen. Diese dann mit 1 Eßl. Tomatenmark und 1 Eßl. Schnittlauchröllchen (in meinem Fall die gefriergetrockneten aus dem Gewürzregal) verrühren und mit reichlich Salz, Pfeffer und Paprika nach Geschmack würzen.
The beat goes on mit:
1 Block Räuchertofu

(ich hatte den von Soja Berief á 175 gr.)
Tofu trockentupfen, in kleine Würfel schneiden und für ca. 1-2 Stunden mit 3 Eßl. „Gurkenwasser“ (aus dem Gewürzgurken-Glas, siehe unten) marinieren. Überschüssige Flüssigkeit abgießen und die Würfelchen mit etwas Öl in der Pfanne scharf anbraten. Ich benutze immer Kokosöl, weil es stark erhitzt werden kann und weil dieses Öl es schafft, dem Tofu eine braune Kruste zu verpassen. Jedes andere Öl geht aber auch.
Tofuwürfel abkühlen lassen.

Und dann noch:
1 Schalotte oder eine kleine Zwiebel

3 mittelgroße Gewürzgurken

Schalotte und die Gewürzgurken fein würfeln und gründlich mit Tofu und Mayo verrühren. Fertig ist Frollein Holles kleiner Seelentröster.

Wie alles Deftige dieser Welt wird der Salat besser, wenn man ihn im Kühlschrank ein wenig durchziehen lässt...ich bin aber meistens zu gierig und verschlinge ihn direkt nach Fertigstellung. Schmeckt vorzüglich auf Brötchen (mit einer Alibi-Tomate, damit wenigstens etwas Frisches auf dem Teller liegt), aber auch einfach bloss pur oder als Beilage zu Kartoffeln.

Die Menge reicht für 4-5 reichlich beladener Brötchenhälften.


Mittwoch, 28. September 2011

666 - the veggies of the beast!

Hin und wieder packt mich in der kalten Küche die Sinnkrise, weil tägliches Einkaufen, Schnippeln, Mixen, Einpacken und sonstiges Vorbereiten für den nächsten Arbeitstag oft nur mit Hängen und Würgen in meinen vollen Alltag passt - mir fehlt manchmal ein wenig der große Pott Eintopf, der für mehrere Tage vorgekocht im Kühlschrank lauert und mich von der täglichen Essensvorbereitung entbindet - oder die Monsterportion Curry, die abgepackt und tiefgefroren auf die gehetzte Hausherrin warten kann. (Und jeder, der mir jetzt "Aber frisch ist halt einfach am BESTEN!" kommt, bekommt meinen vollgekritzelten Terminplaner in den Mund gestopft. Da kenn' ich nix.)

Bisher bin ich solchen Sinnkrisen immer gut mit der Erkenntnis beigekommen, dass ich aber doch sowieso niemals nicht 100%-Rohköstler werden will - und mir stattdessen mal flott ein gekauftes Brötchen unter der Nase reinstopfen kann. Ha. Frei nach der alten Swingerclub-Weisheit "Alles kann, nichts muss!" Cleverle, ich.
Und überhaupt habe ich trotz allem frischen Obst und Gemüse hin und wieder Lust auf ein bißchen "Kasalla!" auf meinem Teller und will es heiß, scharf und spicy. Datt muss kesseln!

Umso fröhlicher stimmt mich die Entdeckung (inspiriert durch das überaus empfehlenswerte Nicht-Kochbuch "
Rohköstlich aus Frankreich" von der entzückenden Nelly Reinle-Caray
on), dass ich Gemüse mit einer Ladung Zwiebel, Knoblauch und Chili im Dehydrator so zubereiten kann, dass es a) als prämenstrueller Traum so richtig scharf und deftig zwiebelig und knofig rumpelt am Gaumen und b) eingetuppert im Kühschrank mindestens 2 Tage aufbewahrt werden kann. Und relativ zügig zubereitet isses auch. Und so brauche ich abends bloss den Kühlschrank aufreißen wenn ich spät heimkomme und hab' schon feddisch ge-nicht-kocht.

Zutaten für einen teuflisch-scharfen Gemüsesalat:
2 mittelgroße Zucchini

4 große Tomaten

3-4 Paprika (farblich bunt gemischt, der
Optik wegen)
1 große Gemüsezwiebel

2-3 Zweige Rosmarin

1-2 Knoblauchzehen

1-2 frische Chilischoten je nach persönlichem Scharf-O-Meter, auch ge
rne mehr wer's verträgt und mag (in meinen Salat kamen 2 Schoten der Sorte "Cherrybomb" frisch aus dem Garten - Markenzeichen: sehr klein und sehr, sehr gemein)
ca. 150 gr. getrocknete Tomaten (die mit den Kräutern)
ca. 50-60gr. Olivenöl
Salz, Pfeffer, Paprika

wer auf bizarr anmutende Kombinationen steht (wie ich) darf/sollte noch eine großzügige Prise Zimt zugeben.

Und jetzt wird geschnibbelt in der Teufelsküche - Tomaten und Paprika vom Kerngehäuse befreien und in Streifen schneiden, Zucchini der Länge nach vierteln und in Scheiben schneiden und Zwiebel nackisch machen und würfeln. Den Knobi via Knoblauchpresse zerdrücken und zusammen mit den getrockneten Tomaten, den Chilis und dem Öl in einem hohen Gefäß zu einer öligen Paste pürieren. Rosmarinnadeln abzupfen und grob hacken und mit dem Gemüse und der Tomatenpaste gründlich in einer Schüssel vermischen. Mit den Gewürzen abschmecken, nochmal gut durchmischen und auf zwei Lagen im Dehydrator verteilen. Bei 41 Grad ca. 2 Stunden vor sich hindörren lassen, eintuppern, feddisch.

Der Salat geht solo gut als Mittagessen (spart je nach Schärfegrad der Chilis Heizkosten im Büro und sorgt durch den Knoblauch für ungestörtes Arbeiten) oder ist ein lecker Mitbringsel für Grillparties, lässt sich aber auch nahezu mit allem mixen, was das Gemüsefach hergibt...Feldsalat, Champignons, Gurke, Oliven, Avocado - und mit etwas gekochter Hirse oder Nudeln wird ein feuerköstlicher Partysalat. Eingetuppert und kühl gestellt war der Salat auch nach 2 Tagen noch scharf und lecker, weiterreichende Langzeitstudien hat es bei mir noch nicht gegeben.


Also dann - alle Mann an die Gemüsefächer und...see you in hell!

(Anmerkung - für alle, die keinen Dehydrator besitzen: Ganz bestimmt schmeckt der Salat auch vollkommen unausgetrocknet. Durch das kurze Dehydrieren wird das Gemüse insgesamt bloss ein bißchen weicher, ich finde das sehr lecker so.
Man könnte den Salat auch einfach auf ein Backblech legen und eine Weile in die Sonne stellen oder nach dem Kuchenbacken in den noch warmen Backofen schieben.)

Sonntag, 31. Juli 2011

Roter Kokoskohlfruchtsalat

Die Fa. Keimling war so großzügig, mir für umme ein tolles Testpaket mit einigen Produkten aus ihrem Sortiment sowie eine Greenstar Elite-Saftpresse zum Testen zu überlassen.

Ich habe mir selbstverständlich fest vorgenommen, vollkommen neutral und unvoreingenommen an die Leckereien heranzugehen. Soweit kommt's noch, dass mir die Keimlinge einfach nur mal ein Päckchen schicken müssen und schon lobe ich ihre Produkte in den höchsten Tönen und rühre die Werbetrommel, nee, nee..so ja nun nicht. Ich doch nicht.

Soweit die Theorie. In der Praxis bin ich dem Kokosmus bereits hoffnungslos verfallen. Beim ersten Öffnen dachte ich noch "Was iss'n das für'n harter, bröckeliger Mistkram?" bis ich gelesen habe, dass man das Mus vor dem Verzehr im Wasserbad erwärmen sollte, da es erst ab 24 Grad streichfähig wird. Aber dann...aber DANN....wird es einfach nur unglaublich lecker (wenn man Kokos mag, natürlich).
Als exotisches Frühstückchen schmeckt eine gewürfelte Mango mit etwas Zimt, gehackten Datteln und 1 Eßl. Kokosmus grandios...das Muss wird auf der Frucht wieder fest und überzieht die Mangowürfel mit einem zartschmelzenden Kokosfilm, traumhaft. Man sollte allerdings davon Abstand nehmen, nach der "Viel hilft viel!"-Methode das Zeugs gleich schubkarrenweise in seinen Obstsalat zu kippen...die gemeine Kokosnuss ist ja doch recht fettig und "reichhaltig", bei einem Zuviel-des-Guten könnte einem dann eventuell ein wenig übel werden. Nur theoretisch natürlich - ich neige ja nicht zum Übermass. Niemals. Hüstel. (Anmerkung der Redaktionspetze: Der Autorin war geschlagene 2 Stunden speiübel...das kommt davon wenn frau zu gierig ist!)

Lecker ist auch ein Rotkohl-Mango-Salat (wer sich über die derzeitige starke Mango-Präsenz in meinen Beiträgen wundert...ich habe mit meinem Bioladen einen Super-Deal ausgehandelt und bekomme derzeit 1x wöchtentlich 10 reife Super-Mangos. Ha.)

Dazu braucht es...wer hätte es gedacht - Rotkohl. In meinem Fall waren es ca. 750 Gramm, die ich mit der Küchenmaschine in Streifen gehäckselt habe...wer die Zeit und die Geduld dazu hat, schneidet ihn besser mit einem Messer in feine Streifen, dann wird der Salat etwas zarter. Dazu 2 reife Mangos würfeln (wem das zu mangolastig ist, der kann die Hälfte durch frische Ananas ersetzen), mit den Kohlstreifen vermischen, mit dem Saft einer halbe Zitrone, etwas Öl und 2 Eßl. Kokosmus übergießen und alles gut mit Salz, Curry und Kreuzkümmel abschmecken und vermischen. Je nachdem was die Küche so hergibt, kann man auch noch Frühlingszwiebeln oder Knoblauch zugeben, geriebene Möhre oder Äpfel schmeckt auch super dazu.

Den Salat anrichten und - wenn man es noch etwas exotischer haben möchte - mit einer Mischung aus gehackten Mandeln, gehackten Datteln und Zimt bestreuen.

Die Menge füttert ca. 2-3 hungrige Mäuler, hält sich aber auch eingetuppert im Kühlschrank.

Sonntag, 3. Juli 2011

Schoko-Ecken auf Nussboden

Diese kleinen Schokoschweinereien sind eine Abwandung dieses Rezeptes (hinter andersfarbigen Worten verbirgt sich übrigens immer ein Link. Ich sach's ja nur...) - allerdings mit ungebackenem Boden und ohne Schwips und eher als Praliné angedacht.

Zutaten für den Nuss-Boden:
1 Tasse (normale Kaffeetassen-Größe, ich glaube die fassen so ca. 200 ml) Walnüsse
1 Tasse Mandeln
1 Tasse Macadamia-Nüsse
1 Tasse grob gehackter Datteln (am besten "saftige" Sorten wie die Medjool)
1 halbe Banane

Zuerst die Nüsse in der Küchenmaschine (Hackmesser) zerkleinern, dann die Datteln und die Banane zugeben und rödeln lassen, bis die Masse leicht klebt und formbar wird. Ob und wie das erfolgt, hängt auch immer ein wenig von den Datteln ab, die man verwendet...und von der Größe und Reife der Banane. Falls die Masse also zu trocken bleibt, noch ein paar Datteln zugeben oder ein weiteres Stückchen Banane.

Frischfolie auf ein Schneidbrett legen, einen eckigen Backrahmen auf ca. 29 x 22 cm einrichten, auf das Brett stellen und die Nussmasse auf den Boden drücken. Die ganze Vorrichtung für möglichst 6-8 Stunden im Kühlschrank parken.

(Hier eine kleine Anmerkung - manchmal bekomme ich lustig-merkwürdige Zuschriften zu meinen Rezepten, und da ich in diesem Fall ja schon förmlich das "Oh je, ich habe aber keinen rechteckigen Backrahmen, Hilfe! Was soll ich nur tun?!" in der Datenleitung riechen kann, möchte ich direkt an dieser Stelle einwerfen: Wer keinen Backrahmen besitzt, nimmt einfach eine beliebige viereckige Auflauf- oder Brownieform und drückt die Nussmasse in den Boden.
"Hilfe, ich habe aber keine...!"
Ok...oder eine normale runde Springform geht auch - oder was auch immer. Irgendwas eben.)


Für die Schokohaube:

90 gr. Margarine
100 gr. Hafersahne
400 gr. Zartbitterkuvertüre oder Blockschokolade
1 Eßl. Kokosöl
Kakaopulver zum Bestäuben


Margarine und Sahne im Kochtopf erhitzen, bis die Margarine sich aufgelöst hat. Kuvertüre hacken und zusammen mit dem Kokosöl einrühren, bis sich eine homogene Masse gebildet hat. Schokomasse auf den Nussboden geben und für mindestens 2 Stund kühl stellen.

Das Backrechtecksteil entfernen, die Platte mit Kakaopulver bestäuben, in quadratische Stücke (Größe nach Belieben - die Teile sind ziemlich mächtig, daher nicht zu groß) schneiden, eventuell in kleine Pralinenförmchen setzen und...auffuttern.
Link

Freitag, 1. Juli 2011

Tortellini-Party-Salat

Sommerzeit, Grillzeit, Tortellinisalatzeit - lasset die Spiele beginnen! Dieser Partysalat ist so richtig klassisch...mit schön ordentlich Mayo, Mais, Lauch, Nudeln, wie früher - und wieder mal schnell und unkompliziert gemacht und lecker. Man will ja die Zeit auf der Liege und am Grill und nicht stundenlang in der Küche verbringen, nicht wahr?

Mayonnaise ohne Ei gibt's zwar in fast allen Bioläden und Reformhäusern - aber nachdem ich im Internet über dieses
Rezept gestolpert bin, war ich neugierig, ob das wirklich so einfach funktionieren kann. Und - es kann! Sogar NOCH einfacher und schneller als ich dachte.

Mayo-Bauplan:
Ich habe 100 ml. Sojamilch (Bio von Alpro Soya), 250 ml. Rapsöl ("
Rapso" aus dem Supermarkt...ich wollte nicht mein gutes Bio-Rapsöl "verschwenden" für den Fall, dass es nicht funzt mit der Mayo), 2 Teel. Senf, 1 Eßl. Weißweinessig, Pfeffer und Salz wie in dem Rezept angegeben in ein Mixgefäss gegeben, den Stabmixer reingestellt und auf niedrigster Stufe eingeschaltet...nach kürzester Zeit fing die Mischung schon an, sich zu verdicken und ich schätze mal nach 1-2 Minuten hatte ich bereits meine fertige Mayonnaise. Hammerschnell und hammerlecker! Ich war fassungslos und dem Herrn des Hauses war recht schnell ziemlich übel, weil ich ihm minütlich einen Löffel mit Mayo unter die Nase gehalten habe, begleitet von euphorischem "Du MUSST nochmal probieren! Ist die nicht HAMMERLECKER?!"-Geschrei. Nun ja. Aber das ist eine andere Geschichte, die an anderer Stelle erzählt werden
soll.


Für eine
Par
typortion Tortellinisalat braucht es nun:
2 Packunge
n tierfreie Tortellini (z.B. von Alnatura)
1 rote Paprik
a
1 Glas Mais

1/2 - 1 Stange Lauch (je nachdem wie sehr man Lauch mag)
2-3 Eßl. Mayo

2-3 Eßl. Sojajoghurt

Olivenöl

1 kleine rote Zwiebel

Pfeffer, Salz, Paprika...und je nach Geschmack und Küchenschrankbestand Schnittlauch, Knoblauch, Bärlauch..was immer man mag.


Die Tortellini nach Packungsanweisung kochen, abschütten und mit ein wenig Olivenöl übergießen, damit sie sich nachher nicht so mit der Soße vollsaugen. Mais abschütten, Paprika, Lauch und Zwiebel schnipseln (Lauch in feine Streifen, Paprika und Zwiebel in feine Würfel). Aus Mayo, Joghurt, Öl und Gewürze (reichlich!) eine Soße zusammenrühren und das Gemüse damit vermischen.
Wenn der Salat in absehbarer Zeit vermampft werden soll, kann man auch gleich die Tortellini dazumischen, alles verrühren und kaltstellen. Die Tortellini sind aber oft recht gierig und saugen viel von der Soße auf - wenn man den Salat also für den Abend oder nächsten Tag vorbereiten möchte, bewahrt man Nudeln und Gemüse am besten getrennt voneinander im Kühlschrank auf und rührt alles erst vor dem Anrichten zusammen.

Ups. Ich muss aufhören. Die 80ziger-Jahre haben angerufen - die wollen ihr Salatrezept zurück.

Sonntag, 6. März 2011

Schnelle Schokoladenmaus

Ebenso flott wie die Beerengrütze und kein Stück weniger lecker ist diese unkomplizierte Mousse au chocolate - man benötigt nur 1 Packung Seidentofu (200 gr), 2 Tafeln Zartbitterschokolade á 100 gr. und 1 Päckchen Bourbonvanillezucker. Et voilá:

Seidentofu ein wenig abtropfen lassen und dann in einer Schüssel mit dem Handmixer cremig aufschlagen - so lange rühren, bis der Tofu richtig weich und homogen geworden ist und keine grisseligen Bröckchen mehr sichtbar sind.

Die Schokolade im Wasserbad schmelzen, in den Tofu einfliessen lassen und flott mit dem Handmixer verrühren. Zucker unterrühren, abschmecken (wer es gerne süßer mag, kann noch 1 Eßl. Rohrzucker zugeben - je nach Lust und Laune und persönlicher Vorliebe kann man noch Orangen- oder Zimtlikör oder Espressopulver zugeben, um die Schokoladenmaus ein wenig aufzurüschen. ), in eine Schüssel oder Dessertschälchen füllen und abkühlen lassen. Mit Schokoraspeln bestreuen und servieren.

Die Mousse bekommt nach dem Abkühlen eine fast stichfeste Konistenz, man kann zum Servieren also auch prima Nocken abstechen oder mit einem heiß ausgespülten Eisportionierer herumkugeln. Man kann die Mousse lecker mit der Beerengrütze kombinieren (reine Sauerkirschgrütze ist hier mein Favorit) - einfach die Mousse in Gläser verteilen, abkühlen lassen und dann einige Eßlöffel Kirschgrütze aufsetzen und festwerden lassen.

Für die Partyportion habe ich die o.a. Menge übrigens verdreifacht - und es ist nix übriggeblieben.

(Ja, ich weiß, dass "Mouse" übersetzt nicht "Maus" bedeutet....)

Fixe Beerengrütze

- noch ein bißchen was zu den Desserts -

Wenn jemals der Titel "Schnellstes Dessert der Welt" zu vergeben sein sollte, hat dieser Fix-Nachtisch wohl ziemlich gute Chancen auf eine Medaille. Und los geht's:

Zutaten (für ca. 8 Portionen)

100 ml Wasser
650 ml veganer Traubensaft (z.B. von Alnatura)
60 gr. Maisstärke
100 gr. Zucker
600 gr. TK-Beerenmischung

500 ml. Saft mit dem Zucker verrühren und zum Kochen bringen - den Rest Saft mit dem Wasser und der Maisstärke in einer Schüssel verrühren, in den kochenden Saft geben, mit dem Schneebesen einrühren und kurz blubbern lassen. Dann flott die tiefgefroren Beeren zugeben, schnell vermischen und sofort in eine Schüssel geben. Fertig. Durch die eiskalten Beeren wird die Beerengrütze im Handumdrehen fest.

Schmeckt auch als Himbeeren- oder Kirschgrütze mit einem Schluck Amaretto.

Freitag, 4. März 2011

Walnuss-Krokant-Creme

Ergänzend hierzu das angeforderte Rezept für die Walnuss-Krokant-Creme.

Für dieses Rezept benötigen wir zwar nur großen 1 Eßlöffel Walnuss-Mus, aber weil Walnuss-Mus ein genial-geiles Zeug ist und die Herstellung zudem ein bißchen Arbeit macht, bereiten wir am besten gleich eine größere Portion davon zu.

Walnuss-Mus
2-3 Tüten Walnusskerne in die Küchenmaschine einfüllen, das Hackmesser einsetzen und die Walnüsse auf mittlerer Stufe pulverisieren. Die gemahlenen Nüsse neigen dazu, sich am Rand abzusetzen, so dass das Hackmesser nach einer Weile im Leeren rödelt. Wir müssen die Maschine also immer mal wieder ausschalten und das Nussmehl wieder in die Mitte schubsen. Nach einer gewissen Rödelzeit wird das Mehl ein wenig fester und krümeliger, das Nuss-Öl tritt aus – jetzt kann man 1-2 Eßl. Rapsöl (am besten das mit Buttergeschmack) und etwas Salz zugeben....weiterrödeln lassen, bis eine weiche Creme entstanden ist. Dieses Walnuss-Mus in ein Schraubglas abfüllen und im Kühlschrank parken. Passt aufs Brot oder zu Pfannkuchen wie auch zu Räuchertofu, ist spitzenmässig lecker und ist so gesund, wie rohe Walnüsse eben sein können (ich sag nur Omega 3).

Und wenn das Mus erst einmal gemacht ist, ist die Dessert-Creme eine Sachen von wenigen Handgriffen - also los:

Walnuss-Krokant-Creme
500 ml Pflanzenmilch
1 gehäufter Eßl. Walnuss-Mus
1 Eßl. Rohrohrzucker
2 Eßl. Maisstärke
1 Eßl. Amaretto


250 ml Pflanzenmilch mit dem Walnussmus und dem Zucker vermischen, in einen Topf geben und zum Kochen bringen (Vorsicht, brennt ganz gerne mal an) In einer Schüssel die Maisstärke mit der restlichen Pflanzenmilch verrühren und die Mischung dann in die kochende Walnuss-Zucker-Milch einrühren, 2-3 Minuten kochen lassen, den Amaretto einrühren und in Dessertschälchen füllen.

Ein fauler Gastgeber wäre auch an dieser Stelle schon fertig – die Creme schmeckt auch pur und ohne Schnickschnack sehr lecker und lässt sich nach dem Erkalten auch prima stürzen, gegebenfalls noch ein paar Nüsse oder Schokosplitter dazu – und auflöffeln. Wenn man aber auf zusätzlichen Chi-Chi steht, kann man gehackte Walnüsse in einer Pfanne oder Topf anrösten, mit Zucker bestreuen, warten bis der Zucker flüssig geworden ist und diese Krokantmischung auf Backpapier gießen und glattstreichen (Vorsicht – Krokant gibt dem Wort „heiß“ eine ganz neue Bedeutung, also auf gar keinen Fall anfassen oder den Löffel ablecken, das gibt fiese Brandblasen). Das Krokant nach dem Erkalten in Streifen schneiden, zu Röllchen formen oder in Stückchen bröckeln.

1-2 Orangen schälen und filetieren, die Filets in Stücke schneiden, mit Zucker bestreuen und mittels Bunsenbrenner mit einer schicken brauen Karamellkruste versehen. Die karamellisierten Orangenstückchen auf die erkaltete Walnusscreme setzen und mit einem Krokantröllen garnieren. Und auflöffeln.

Für die "Partyportion" habe ich einfach die Menge verdoppelt, das Ganze in eine große Schüssel gefüllt und die Creme nach dem Erkalten oben mit Walnuss-Krokant bestreut. Kann man prima am Vortag zubereiten.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Tomatige Nussbutter


Wenn ich könnte, würde ich mich selbst für dieses Rezept heiraten. Oder wahlweise die Butter heiraten, weil sie einfach zu köstlich ist. Probiert selbst:

250 gr. Alsan (oder andere vegane Margarine), zimmerwarm
60 gr. Walnüsse
60 gr. Sesam
50 gr. Tomatenmark (2-fach konzentriert)
10 getrocknete Tomaten (mit Kräutern eingelegt)
1 Teel.
Bärlauch im Glas (zur Saison natürlich frischer Bärlauch oder stattdessen 1 Zehe Knoblauch)
1-2 Teel. Salz
(einfach testen - ich bin Viel-Salzer, ich nehme 2 schwach gehäufte Teelöffel)

Walnüsse grob hacken, mit dem Sesam in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Zusammen mit den getrockneten Tomaten (abgetropft, falls in Öl eingelegt) in den Häcksler der Küchenmaschine geben und kleinschreddern. Dann alle anderen Zutaten zugeben und gut verquirlen, bis eine weitestgehend homogene orange Creme entstanden ist. Wer keine Küchenmaschine hat, sollte wohl auch mit dem Stabmixer zum gewünschten Ergebnis kommen. Tomatenbutter im Kühlschrank parken. Passt aufs Brot, über Nudeln oder....einfach pur.
(Aus Zeitgründen wieder ein Handyfoto...ich musste euch die Butter einfach schnell vorstellen, da blieb keine Zeit für ein Fotoshooting!)

Samstag, 5. Februar 2011

Spinat-Tofu-Taschen mit Sesam

Tofu mit Spinat vermanschen und in Blätterteig einrollen ist eigentlich keine große Sache - manchmal bin ich mir unschlüssig, ob ich dafür überhaupt ein Rezept aufschreiben und posten soll. Aber nun ja...hier isses eben:

Spinat-Tofu-Taschen mit Sesam


200 gr. Tofu natur

Olivenöl, Grillgewürz

450 gr. TK-Blattspinat

1 Zwiebel

1 Eßl. Tomatenmark

1-2 Knoblauchzehen

2 Packungen TK-Blätterteig (12 Platten) *)

Alba- oder Sesamöl, Sesamkörner


Spinat auftauen und gut ausdrücken.
Den Tofu abtropfen lassen, ein wenig ausdrücken und zerkrümeln. Mit Olivenöl (ca 2-3 Eßl.) und Grillgewürz (1-2 Teel.) vermischen und durchziehen lassen.

Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die gewürfelte Zwiebel mit dem Tofu gut anbraten, darf ruhig braun werden, Tomatenmark zugeben und gut verrühren. Das Ganze in einer Schüssel mit dem Spinat und dem zerdrückten Knoblauch vermischen und mit reichlich Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Chayenne-Pfeffer abschmecken...lieber mal probieren und ggf. nachwürzen - Tofu und Spinat sind ja nun nicht besonders würzig, die können ruhig was vertragen ;)

Backofen auf 200 Grad vorheizen.


Teigplatten auspacken und ein wenig antauen lassen. Nach ca. 5 Minuten jede Platte mit dem Nudelholz ein wenig ausrollen (ich lege die Platten dafür zwischen Klarsichtfolie), je 1 Eßl. Spinattofumasse draufsetzen, zusammenrollen und die Enden andrücken. Mit Sesam- oder Alba-Öl bestreichen, mit Sesam bestreuen und ca. 20-25 Minuten im Ofen backen, bis die Taschen schön knusprig sind.
Warnhinweis - die Füllung ist KNALLEHEISS, wer also direkt nach dem Backen beherzt reinbeißt, kann sich Brandblasen am Gaumen einhandeln. Aber..vielleicht ist ja nicht jeder so gierig wie ich ;)
Die Taschen schmecken auch kalt und statt Blätterteig kann man auch prima Yufka-Teig verwenden.

*) Veganen Blätterteig gibt es in der normalen und der Vollkornvariante von der Fa. "Moin" im Bioladen

Samstag, 22. Januar 2011

Konfettischnitten

Zu meiner großen Begeisterung habe ich die Ehre, Ende Februar die Geburtstagsparty meines Papas komplett tierfrei auszurichten. Daher wird momentan in Frollein Holles Versuchsküche in der Hauptsache party- und buffettaugliches Futterwerk getestet, damit auch auf der Feier auch jeder der Gäste satt und glücklich wird. Meine eigene Vorgabe: Das Essen soll nicht allzu exotisch und ausgefallen werden - die Herrschaften sind ja größtenteils schon etwas älter, da will ich niemanden mit experimentellen Geschmackskombinationen er-, bzw. abschrecken.
Heute habe ich Konfettischnitten gebastelt, eine Art Beilagen-Fladenbrot mit saftiger Gemüseauflage, das prima kalt gegessen werden kann, auf jedes Buffet passt und sich zudem sehr gut vorbereiten lässt. Selbstverständlich werden bei mir nur Zutaten in Bio-Qualität verwurschtelt, iss ja klar.

Für den Teig braucht man:

600 gr. Weizen
400 ml. lauwarmes Wasser
1 Würfel Hefe
2 Teel. Salz
1 Eßl. Olivenöl
1 Teel. Kräuter, getrocknet

Den Weizen in der Getreidemühle fein mahlen (bzw. Weizenvollkornmehl verwenden, wenn man keine Getreidemühle hat). Die Hefe in einer Schüssel in dem Wasser auflösen und die Hälfte des Mehls mit meinem Schneebesen unterrühren. Salz, Öl und Kräuter zugeben und noch einmal durchrühren. Den Rest des Mehls zugeben und mit dem Handmixer/Knethaken zu einer festen, weichen Teigkugel verarbeiten. Die Kugel mit ein wenig Mehl bestäuben und in einer Schüssel über Nacht im Kühlschrank parken.

Für die Gemüsehaube braucht man:

1 Becher Sojajoghurt, natur (500 gr)
4 Paprika
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe

1-2 Eßl. Olivenöl
1 Eßl. Zitronensaft
1 Eßl. Würzhefeflocken

2 Teel. Salz
1 Teel. Kräuter
Pfeffer, Paprika

Ein Sieb mit einem Küchentuch auslegen, den Joghurt reinkippen und über Nacht abtropfen lassen.

Am nächsten Morgen die Teigschüssel aus dem Kühlschrank nehmen und den Teig je nach Zeit, Lust und Laune noch eine Weile noch eine Weile aufwärmen lassen (sprich: Schüssel in Heizung- oder Ofennähe rumstehen lassen). Ein Backblech mit Backpapier auslegen, den Teig ausrollen, mehrfach mit einer Gabel einstechen, mit einem Küchentuch abdecken und wieder an einem warmen Plätzchen vor sich hindümpeln lassen. Dauer: so lange bis man in Ruhe und aller Gemütlichkeit die Gemüsehaube fertiggestellt hat. Oder zumindest, bis der Teig ein wenig aufgegangen ist. (Wenn die Zeit nicht reicht, kann man das Blech hinterher auch in den Ofen schieben, bevor er komplett vorgeheizt ist, der Teig geht dann noch etwas auf.)

Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Zwiebel, Knoblauch und Paprika putzen und würfeln (die Paprika am besten in kleine Würfel schnippeln, dann lässt sich das Brot hinterher sauberer in Ecken schneiden). Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse darin andünsten lassen.

Den abgetropften Joghurt mit dem Öl, dem Zitronenaft, den Hefeflocken (wer keine zur Hand hat, kann sie auch weglassen) und den Gewürzen verrühren, das gedünstete Gemüse dazugeben und vermischen. Die Gemüse-Joghurtmasse gleichässig auf dem Teig verteilen, in den Backofen schieben und ca. 40-45 Minuten backen. Auskühlen lassen und in dekorative Quadrate schneiden.

Die Joghurtmasse lässt sich auch prima am Vorabend zusammenrühren - und wenn man dann auch noch das Gemüse schnippelt, eintuppert und alles im Kühlschrank parkt, sind die Konfettischnittchen am Folgetag wirklich im Nullkomma-nottisch im Ofen.

Man kann die Paprika auch prima durch Lauch, Zucchini und/oder Tomaten ersetzen/ergänzen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Schlachtfest!

Als ich bei einem Galileo-Beitrag über Veganwonderland erstmals davon gehört habe, dass man angeblich aus Reiswaffeln und Tomatenmark etwas herstellen kann, dass Zwiebelmett sehr nahe kommen soll, habe ich mich erstmal gründlich gegruselt. Zum schmecken diese bröseligen, geschmacksneutralen Spanplatten-Reisronden ziemlich schaurig und saugen dem Esser beim Kauen jegliche Feuchtigkeit aus der Mundhöhle - und zum Anderen fand ich Zwiebelmett aus Schweinehack selbst zu omnivoren Zeiten immer ein bißchen fies. Fettige, zur Unkenntlichkeit zermanschte Schweinereste mit Zwiebelringen entlockten bislang keine Begeisterungsschreie.

Aber ich bin ja neugierig und ich war tatsächlich überrascht, als ich meine erste Rolle Zwiebelmetty in der Hand und anschließend auf der Stulle hatte. Lecker! Mit ein wenig Salz, Pfeffer und Senf auf Brötchen genau das richtige, wenn einen der kleine Deftig-Herzhaft-Flott-Heißhunger hinterrücks anfällt. Selbst der Omniboy war sehr angetan von der veganen Mettrolle und drängte auf erneute Bestellung.

Da das Zwiebelmetty von Veganwonderland aber für unseren Geschmack gewürzmässig ein wenig schwach auf der Brust ist, habe ich mal versuchsweise mein eigenes kleines Schlachtfest gefeiert und seitdem haben wir eigentlich immer lecker-tierfreies Zwiebelmett im Kühlschrank.

Die Zutatenliste klingt durchaus ein wenig absonderlich - das Ergebnis ist aber wirklich lecker, flott auf der Stulle und vor allem frei von jedem Borstentier:

Zutaten:
1 Packung Reiswaffeln
2 rote Zwiebeln
Wasser, Tomatenmark
Salz, Pfeffer, Paprika, Grillgewürz
evtl. ein wenig Olivenöl
1 Knoblauchzehe, wer mag - ich mache es meistens ohne, die Zwiebeln sorgen schon ausreichend für grausamen Mumien-Atem des Essers

Zuerst nimmt man die einzeln Reiswaffel-Spanplatten und zerbröselt sie gründlich in eine Schüssel. Dann gibt man ein wenig Wasser zu dem Reis-Krümelhaufen und vermischt es mit einem Löffeln zu einem festen Brei (lieber erst mit wenig Wasser anfangen und dann immer ein wenig mehr zugeben und unterrühren. Nachwässern geht immer, "Trockenlegen" wenn die Pampe zu flüssig geworden ist gestaltet sich schon schwieriger).

Ca. 2-3 Eßl. Tomatenmark(eben soviel bis die Pampe eine schöne rote Färbung bekommt) und die kleingehackten Zwiebeln unterrühren (geht prima mit einem normalen Löffel, richtig gut durchmischen), etwas Olivenöl wer mag und - wichtig! - gut würzen mit reichlich Salz, Pfeffer und Paprika. Ich habe beim letzten Schlachtfest statt Tomatenmark das Paprikamark von Hengstenberg genommen und noch mit ca. 1,5 Teel. "Spicy Grill"-Grillgewürz von Vantastic Foods gewürzt.

Das "Mett" (oder wie immer man es nennen mag) ist deutlich haltbarer, gesünder, fettfreier und vor allem tierfreundlicher als das Mett vom Metzger. Im Gegensatz zum fleischlichen Pendant hält diese Variante es auch lange auf Partybuffets aus, ohne zu vergammeln - auch gerne über Nacht. Allerdings - das muss man ja immer dazusagen, bevor wieder jemand schreit - es schmeckt nicht absolut genauso wie Schweinefleisch-Mett. Ist ja auch eigentlich nicht weiter verwunderlich, weil es eben keins ist. Sollte ja jedem klar sein.

Dienstag, 27. Juli 2010

Haselnusspesto

..."und das vierte Pferd hieß Pestilenz".....irgendwie finde ich den Namen Pesto ja immer etwas schaurig, aber nun - so heißt das Zoich eben. Solange es keine Frösche regnet will ich ja mal nicht meckern.

Für ein lecker-würziges, apoykalypsefreies Haselnusspesto braucht es

200 gr. Haselnüsse
20 gr. Sesam
2-3 Knoblauchzehen

(für Knobi-Fans bis zu 4 Zehen, danach wirds happig)
1 Eßl frischer Thymian
1 gestr. Teel. Salz
15-20 gr.
Würzhefeflocken
Pfeffer nach Geschmack

ca. 200 ml Olivenöl

Die Haselnüsse grob zerkleinern und zusammen mit dem Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten. Abkühlen lassen und zusammen mit den anderen Zutaten und dem Öl in einen Zerkleinerer geben oder mit dem Zauberstab einer feinen Masse pürieren. In Gläser füllen, mit etwas Olivenöl bedecken und einen Tag durchziehen lassen.

Und dann?

Auf geröstete Ciabattascheiben streichen und als Antipasti servieren.
Zwieben, Zucchini und Tomaten dünsten, mit Nudeln und einem Eßl. Pesto verrühren.
Zusammen mit Räuchertofu und getrockneten Tomaten auf die Stulle packen.
Als würzige Basis auf Pizzateig streichen.
Mit etwas Hafersahne und gedünsteten Zwiebeln zu einer Sauce verrühren.
Lecker finden!

Was man halt so macht mit Pesto.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Brot. Nur Brot. Punkt.


Als ich auf einer Party zum ersten Mal von diesem Brot gegessen habe, war ich gleich verliebt. So verliebt, das ich mich am nächsten Morgen gleich auf eine Rundreise durch alle verfügbaren Social Networks gemacht habe, um die Brotbäckerin und somit auch das Brotrezept ausfindig zu machen - und Web 2.0-sei-Dank fand ich zwei Tage später eine Mail mit dem Rezept in meinem virtuellen Briefkasten.

Allerdings klang die Zubereitung so einfach und simpel, das ich neverever glauben wollte das bei einem schlichten Zusammenmatschen von Wasser, Mehl und Hefe so ein lockeres, fluffiges Fladenbrot rauskommen sollte. Aber Versuch macht kluch - und so geschah es. Kein Firlefanz - einfach nur: Brot.

Man benötigt 500 ml lauwarmes Wasser, 2 Päckchen Trockenhefe (ich taste mich gerade ran, ob weniger Hefe auch reicht- Ich bin mittlerweile bei 1,5 Päckchen und es klappt genauso gut. Beim nächsten Mal nehme ich nur eins, mal schauen. Aber im Grundrezept stehen halt 2 Päckchen) und ca. 600 gr. Mehl (bisher von mir mit Weizenvollkornmehl und Type 405 getestet. Funktioniert beides großartig. Bei Type 405 wird der Teig einen Tack flüssiger, evtl. etwas mehr Mehl zugeben). Dazu ein bißchen Salz, Öl, Gewürze nach Geschmack und los geht's. Man braucht noch nicht mal einen E-Mixer, ein simpler Schneebesen langt. Ist das einfach oder ist das einfach? Ha?

Wasser in eine Schüssel geben, die Trockenhefe einrühren, 300 gr. Mehl zugeben und kurz mit dem Schneebesen durchschlagen. 2 Teel. Salz, einem Eßlöffel Öl und 1-2 Eßlöffel Kräuter oder Gewürze zugeben und zusammen mit dem restlichen Mehl verrühren. Der Teig ist schon recht weich, sollte sich aber schon ein wenig vom Schüsselrand lösen, evtl. noch Mehl zugeben. Die Schüssel für ca. 4-5 Stunden im Kühlschrank parken (über Nacht geht auch super). Am nächsten Morgen/nach 4-5 Stunden den Teig für 2 Stunden an einen warmen Ort stellen. Im Originalrezept heißt es:

Aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 2 Stunden in eine halbwegs warme Ecke stellen. Ein Backblech mit Backpapier versehen und den Teig vorsichtig aus der Schüssel mit einem Teigschaber aufs Backblech fallen lassen. Dabei soll möglichst wenig Luft aus dem Teig entweichen.

Ich mache es allerdings so, das ich den Teig aus dem Kühlschrank nehme, in eine mit etwas Öl ausgepinselte Silikonspringform umlade und in dieser Form 2 Stunden in der Sonne/am Ofen stehen lasse. Dann kann das Brot komplett mit der Form in den Ofen wandern. Wenn die Wartezeit vorbei ist, pinsele ich die Oberfläche noch mit etwas Öl ein und bestreue sie mit irgendwas, das zu dem Öl und den beigemischten Gewürzen/Kräutern passt.

(bereits getestet: Chiliöl, Chiliflocken / bestreut mit Chiliflocken und grobem Meersalz
Olivenöl, Rosmarin und Thymian / ebenfalls mit Kräutern und Meersalz bestreut
Sesamöl, gerösteter Sesam / bestreut mit Sesam und Schwarzkümmel)

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen, das Brot einschieben (eine halbe Tasse Wasser auf den Backofenboden gießen - ziemlich unnötig, aber ich kann's nicht lassen), nach 15 Minuten auf 200 Grad runterschalten und ca. 10-15 Minuten im Ofen lassen. Aus der Form nehmen (sofern man eine verwendet) und auf dem Rost bei ausgeschaltetem Ofen noch ein wenig "nachbrennen".

Der Firlefanz mit heißem Wasser und verschiedenen Backtemperaturen ist aber im Grunde ebenfalls für die Füße - es reicht, das Teil bei ca. 200 Grad 30 Minuten brutzeln zu lassen und ggf. mit Alufolie abzudecken wenn es zu dunkel wird.

Feddisch.

Zusammenfassung: Wasser mit Hefe, Mehl, Salz, Öl und Gewürzen verrühren, im Kühlschrank parken, 2 Stunden wieder aufwärmen und gehen lassen, aufs Blech donnern, backen, essen. Passt als Grillbeilage, zu Eintöpfen, um Soße aufzustippen und lässt sich auch prima mit Salat füllen für auffe-Hand.

Ist das einfach oder ist das einfach? Sach' ich doch!

Sonntag, 15. März 2009

Walnuß-Möhren-Frühstücksmuffins

- mit fröhlich-kauendem Gruß an Athena -
Zutaten

1 Würfel frische Hefe
500 ml lauwarmes Wasser
1 Eßl. Zuckerrübensirup
500 gr. Dinkelvollkornmehl
2 Teel. Salz
2 Eßl. naturtrüber Apfelessig
150 gr. Walnüsse
3 kleine Möhren

Das Wasser in eine Rührschüssel geben, die Hefe hineinbröseln und zusammen mit dem Zuckerrübensirup verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Mehl, Salz und Essig zugeben und mit dem Knethaken des Handmixers gut verkneten. Die Walnüsse nicht zu fein hacken (einfach auf ein Schneidbrett legen und mit einem großen Messer zerkleinern), Möhren raspeln und beides unter den Teig kneten.

Eine Muffinform mit wenig Öl auspinseln und mit Sesam ausstreuen, den Teig in die Förmchen geben (1 gut gehäufter Eßlöffel pro Stück), ein wenig Sesam aufstreuen und in den kalten Backofen stellen. Backofen auf 200 Grad einstellen und die Frühstücksböller ca. 30 Minuten backen, bis sie bräunen. (ggf. Stäbchenprobe).

Muffins aus der Form nehmen, kurz auskühlen lassen und zum Frühstück verschlingen - schmecken sowohl süß mit Marmelade als auch herzhaft belegt. Oh, happy day.

(Der Teig reicht schätzungsweise für ca. 20 Muffins- da ich nur 12 Förmchen habe, habe ich aus dem Restteig noch in einer kleinen Kastenform ein Brot gebacken. von dem wir sicherlich bis morgen futtern werden.....für einen "normalgefräßigen" Haushalt reicht also sicherlich auch die Hälfte des Teigs für ein Frühstück aus. Und selbstverständlich muss man den Teig auch nicht in einer Muffinform ausbacken, von der Konsistenz her sind es ja sowieso eher Brötchen als klassische Muffins - aber der Teig ist so einfach besser in Form zu halten)