Dienstag, 6. Dezember 2011

Linsen-Ironman-Salat

Irgendwann bin ich mal in den Weiten der Bloggosphäre über den "Cronometer" gestolpert, mit dem einige (Vegan-)Blogger ihre Nahrung protokollieren. Wenn man dort also brav seine Futtereien einträgt, errechnet der Cronometer dazu Nährstoffe, Kalorien und sonstigen Schnickschnack und man kann prima überprüfen, ob man den nun auch genug Proteine und Kalzium futtert. 
Grundsätzlich bin zwar eher skeptisch, wenn irgendein ominöses Programm behauptet, meinen Energiebedarf zu kennen und überhaupt finde ich es extrem unsexy, jeden Bissen den man verspachteln möchte, erstmal abzuwiegen und irgendwo einzutragen. Aber als kleine Gedankenstütze ist das Tool manchmal ganz nett, und deswegen benutze ich ihn hin und wieder ganz gerne - und in den letzten Tagen hat mir Herr Cronometer mehrmals am Ärmel gezupft und "Hey, Frollein, Du könntest ruhig mal wieder'n büschen für Deinen Eisenspiegel tun, ständig nur Spekulatius, Zimtsterne und Marzipan futtern bringts nicht auf Dauer!" geplärrt. Um dem Schreihals das Maul zu stopfen, eignen sich zum Beispiel Linsen ganz prima. Zitrone ist ja auch immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eisen geht, dazu noch Petersilie und rote Paprika und schon darf man mich "eiserne Lady" nennen. Wenn man möchte.

Dieser Linsensalat ist flott gemacht (wenn man zufällig schon einen Pott gekochter Linsen im Kühlschrank stehen hat), hält sich kaltgestellt ein paar Tage und ist gut mit Feldsalat und/oder Kartoffeln kombinierbar. und eignet sich sicherlich auch als Beilage für Grillparties, sollte irgendwann mal wieder ein Sommer kommen. Optisch ist der Salat zwar (wie so ziemlich alles, was mit Linsen zu tun hat) nicht unbedingt die Augenweide schlechthin, aber gerade in diesem Fall kommt es ja nun wirklich auf die inneren Werte an.

Linsen-Ironman-Salat
600 gr. gekochte braune Linsen
2 Eßl. Tomatenmark (ich nehme ich das scharfe mit Chili)
2 Eßl. Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 Frühlingszwiebel
1 Bund glatte Petersilie
1 gute Handvoll Walnusskerne (ca. 40-50 gr.)
ca .50 gr. Sonnenblumenkerne
Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
2 rote Spitzpaprika

Tomatenmark, Öl und Zitrone glattrühren und mit den Linsen vermischen. Frühlingszwiebel, Walnüsse und Petersilie hacken, Paprika würfeln und zusammen mit den Sonnenblumenkernen unter die Linsen rühren. Reichlich mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen und lecker finden. Und schon hält der Cronometer seine vorlaute Klappe.

Und wenn man dann irgendwann keine Linsen mehr sehen kann, kann man einen ähnlichen Salat aus Hirse zusammenbasteln - hier nehme ich allerdings nur 500 gr. (gekochte Hirse), lasse Walnüsse und Sonnenblumekerne weg und mische noch ein Glas Kichererbsen dazu. Volle Eisenkraft voraus!


(P.S. - Ich bin natürlich kein Wissenschaftler, geschweige denn Ernährungsberater, ich will mir auch gar nicht anmaßen, für den Cronometer eine Empfehlung auszusprechen...Infos zum tatsächlichen Eisenbedarf eines Menschen sowie entsprechende Studien und Meinungen gibt's im Netz zuhauf. Bei mir gibt's bloss Rezepte und einen vollen Teller, sonst nix).

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Update "Casheesio"

Das Rezept und die Anleitung für den Casheesio (Frischkäse auf Cashewbasis) ist umzogen und wohnt jetzt hier:
http://danielamohr.com/mohrblog/2014/09/21/casheesio-cashew-frischkaese/

Sonntag, 20. November 2011

Kappesdorjenander (klingt komisch, ist aber so)

Zur Weißkohlsaison gab es bei uns zuhause öfter ein deftiges Gericht mit dem äußerst klangvollen Namen "Kappesdorjenander" - "Kappes" ist natürlich "Kohl" und "Dorjenander" lässt sich 1:1 mit "Durcheinander" übersetzen, was schon ziemlich deutliche Prognosen zur Anrichteweise dieser rheinischen Spezialität zulässt (wobei ich mir gerade gar nicht sicher bin, ob es sich hier wirklich um eine "rheinische Spezialität" handelt oder eher um eine Spezialität meiner Mama, aber das ist im Grunde ja auch wurscht. Hauptsache lecker.)

Eigentlich wird für Kappesdorjenander einfach bloss Kartoffelpüree mit Weißkohl und jeder Menge durchwachsenem Speck verrührt, gründlich gewürzt und mit einer großen Kelle aus dem Topf auf den Teller geklatscht. Bautz! Allein schon aus ästhetischen Gründen wird dieses Gericht deshalb vermutlich niemals auf den Karten erlesener Sternerestaurants zu finden sein, aber ich persönlich steh' besonders zur kalten Jahreszeit total auf so ein schlotzig-deftiges Gemansche und kann da auch mal großzügig über die fehlende Anrichteschönheit hinwegsehen.

Nachdem ich nun einen Sack Kartoffeln und zwei Köppe Weißkohl aus dem elterlichen Garten abgestaubt habe, ist es nun an der Zeit für eine rein pflanzliche Version meines Kindheitsklassikers. 

Zutaten für 2-3 hungrige Esser (oder auch notfalls ganz für mich alleine):
ca. 850 gr. Kartoffeln (geschält gewogen)
1 kleiner Kopf Weißkohl (ca. 550 gr.ohne Strunk und äußere Blätter, fertig geputzt gewogen)
1 Block Räuchertofu (175 gr.)
2 kleine Zwiebeln
250 ml. Hafersahne
Öl (mein Allzeit-Favorit: Rapsöl mit Buttergeschmack von der Teutoburger Mühle)
Salz, Pfeffer, Muskat, Paprika
Grillgewürz (Favorit immer und jederzeit: "Spicy Grill" von Vantastic Foods)

Die Kartoffeln in Wasser garkochen, mit einem Kartoffelstampfer zu Brei zerdrücken, etwas vom leckeren Öl mit Buttergeschmack (oder Margarine) zugeben und mit reichlich Salz, Pfeffer, Muskat und Paprika würzen. Hafersahne zugeben und nochmal kurz auf dem Herd unter fleissigtem Rühren in ein cremiges Kartoffelpüree verwandeln. Wer Angst vor Fett und Kalorien hat, kann statt der Hafersahne auch normale Pflanzenmilch nehmen, ich find's aber mit Hafersahne leckerer. Und die Kalorien sollen nur kommen, vor denen fürchte ich mich nicht. Ha. 

Den Weißkohl (aka "Kappes") in feine Streifen schneiden und im Dämpfkochtopf garen, während die Kartoffeln kochen. Wer keinen Dämpfkochtopf hat, kocht den Kohl stattdessen in Wasser.

Räuchertofu und Zwiebeln würfeln, mit dem wunderbaren "Spicy Grill" (nein, ich werde nicht von Vantastic Foods bezahlt, ich find' das Zeugs ganz freiwillig total genial) würzen und mit etwas Öl in einer Pfanne knusprig-braun brutzeln.


Schlußendlich alle 3 Komponenten in dem größten der benutzen Töpfe zusammenwerfen, gründlich vermischen und ggf. nachwürzen (nicht zu sparsam, immer ordentlich rein!)....und das Zeugs mit einer großen Kelle auf den Teller klatschen. Bautz! Weniger brachial-veranlagte Esser können das Kappesdorjenander selbstverständlich auch mit weniger Schmackes mittels eines großen Löffels sanft auf den Teller heben. Aber hier muss man sich nix vormachen - es wird nicht gelingen, diesen Schlotz einigermassen hübsch und vorzeigbar anzurichten..."Durcheinander" ist "Durcheinander", da ändert auch das alberne Petersilienblättchen auf dem Foto nix dran.


Da der Herzmann nach einem Blick in den Topf und lauten "Iiiih!"-Geschrei auf Tiefkühl-Pizza ausgewichen ist, habe ich nun noch gut 2 Portionen übrig, was einerseits erfreulich ist, weil "sowas" am nächsten Tag wiederaufgewärmt gleich nochmal so gut schmeckt....aber andererseits kann ich mich kaum beherrschen, mir den Rest nicht doch noch spontan zum Nachmittagskaffee einzuverleiben. Hach.


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Mittwoch, 9. November 2011

Samstag, 5. November 2011

Deftiger Mayo-Tofusalat

Alle Jahre wieder lösen die frühe Dunkelheit und die trüben, kalten Tage bei mir eine gewisse Grundknatschigkeit aus, die erwiesenermassen nur mit einer Monstertasse heißer Schokolade und fettigem, deftigem Essen geheilt werden kann.
Derzeitige Lieblingsmedizin auf meinem Teller:
Deftiger Mayo-Tofusalat -
oder "Salat nach Art eines Fleischsalats, nur ohne Fleisch und so'n fieses totes Zeug"

Wer zu omnivoren Zeiten fettigen Wurstsalat mit
Mayo oder Eiersalat mochte, wird diesen Tofuschlotz lieben. Versprochen.

Zuerst fabrizieren wir die wunderbar deftig-fettige Mayo-Soße wie folgt:
Zutaten:
50 ml Sojamilch
150 ml Rapsöl

1 (gut befüllter) Teel. Dijon-Senf

1 Eßl. Weißweinessig


Sojamilch und Rapsöl für ein paar Stunden im Kühlschrank parken, damit sie die gleiche Temperatur haben. Danach beides in ein hohes Mixgefäss füllen, Senf und Essig zugeben und nach dieser Anleitung eine dicke Mayonnaise herstellen. Diese dann mit 1 Eßl. Tomatenmark und 1 Eßl. Schnittlauchröllchen (in meinem Fall die gefriergetrockneten aus dem Gewürzregal) verrühren und mit reichlich Salz, Pfeffer und Paprika nach Geschmack würzen.
The beat goes on mit:
1 Block Räuchertofu

(ich hatte den von Soja Berief á 175 gr.)
Tofu trockentupfen, in kleine Würfel schneiden und für ca. 1-2 Stunden mit 3 Eßl. „Gurkenwasser“ (aus dem Gewürzgurken-Glas, siehe unten) marinieren. Überschüssige Flüssigkeit abgießen und die Würfelchen mit etwas Öl in der Pfanne scharf anbraten. Ich benutze immer Kokosöl, weil es stark erhitzt werden kann und weil dieses Öl es schafft, dem Tofu eine braune Kruste zu verpassen. Jedes andere Öl geht aber auch.
Tofuwürfel abkühlen lassen.

Und dann noch:
1 Schalotte oder eine kleine Zwiebel

3 mittelgroße Gewürzgurken

Schalotte und die Gewürzgurken fein würfeln und gründlich mit Tofu und Mayo verrühren. Fertig ist Frollein Holles kleiner Seelentröster.

Wie alles Deftige dieser Welt wird der Salat besser, wenn man ihn im Kühlschrank ein wenig durchziehen lässt...ich bin aber meistens zu gierig und verschlinge ihn direkt nach Fertigstellung. Schmeckt vorzüglich auf Brötchen (mit einer Alibi-Tomate, damit wenigstens etwas Frisches auf dem Teller liegt), aber auch einfach bloss pur oder als Beilage zu Kartoffeln.

Die Menge reicht für 4-5 reichlich beladener Brötchenhälften.


Casheesio - oder "Meeeein Ssssschaaatzzzzz!"



Der Casheesio (ein würziger Frischkäse auf Cashewbasis) ist umgezogen und wohnt jetzt hier:
http://danielamohr.com/mohrblog/2014/09/21/casheesio-cashew-frischkaese/

Donnerstag, 27. Oktober 2011

"Watt nix kost', datt iss' auch nix"...oder "Hasse mal'n Euro?!"

Seit ewigen Zeiten bin ich es gewohnt, in den Weiten des WWW jederzeit schnell und kostenfrei eine Lösung für nahezu alle Probleme zu finden, es gibt Portale mit kostenlosen Lauf-Trainingsplänen, Datenbanken mit Garten-Tips, Online-Tageszeitungen, private Blogs mit Rezepten und Bildern, sogar Lebens- und Gesundheitsberatung und überhaupt findet man alle möglichen nützlichen Infos. In den meisten Fällen kostenlos. Und das ist auch gut so.

Trotzdem bin ich gerade in letzter Zeit massiv genervt von dieser "Ich-will-datt-aber-umsonst"-Mentalität, die im Netz um sich greift. Klar ist es super, dass ich jederzeit alles mögliche abgreifen kann, ohne dafür zu bezahlen, aber ich finde es schade, dass das alles so selbstverständlich ist. Wenn ein netter, hilfsbereiter Läufer, der über lange Zeit individuelle kostenlose Marathon-Trainingspläne für Hinz und Kunz erstellt hat, plötzlich dreisterweise sage und schreibe ganze 5 € Aufwandsentschädigung pro Plan haben möchte, wird der Ärmste quasi virtuell geteert, gefedert und aus der Stadt gejagt - oder ein fleissiger Foodblogger, der nach dem Druck seines Kochbuchs seine Rezepte (die vorher über ein Jahr kostenlos abzugreifen waren) von seiner Webseite nimmt, wird als "gieriger Raffhals" vom wütenden Forums-Mob in der Luft zerrissen.

Zudem werden oft noch Bilder, Artikel und Rezepte ohne Rückfragen aus Blogs und Webseiten gemopst und ohne jedes Unrechtsverständnis ohne Quellenangaben in Foren oder sogar eigenen Webseiten verwendet. Das Internet als Selbstbedienungsladen. Immer her, kost' ja nix.

Also bitte. Da wende ich mich des öfteren mit Grausen ab.

Auch wenn man das ja nun alles freiwillig und aus Spass macht, steckt hinter solchen Projekten doch immer ein nicht zu unterschätzender Aufwand - die Erfahrung mache ich ja oft am eigenen Leib. Bis so ein Rezept fertig ist, braucht es mindestens 2-3 Anläufe bis alles passt, schmeckt und veröffentlicht werden kann - das kostet oft nicht nur Zeit, sondern eben auch Geld.

Deswegen habe ich mir in der jüngeren letzten Zeit angewöhnt, jedes Mal, wenn ein Beitrag für mich von besonderem Nutzen war, (sei es ein Blog-Beitrag zu einem spannenden Thema, ein hilfreicher Gartentip oder ein leckeres Rezept) dem entsprechenden Ersteller einen kleinen Beitrag (meistens irgendwas um die 1 bis 2 €) in den Hut zu werfen. Schließlich kaufe ich oft ganze Kochbücher, um dann am Ende doch kein einziges Rezept nachzukochen...da lasse ich mir doch lieber ein gutes, erprobtes Rezept eine Kleinigkeit kosten.

Viele Blogger (aber leider noch zu wenige, also hopp!-hopp!) nutzen die Spendenfunktion von Pay-Pal, das macht das Ganze ziemlich unkompliziert. In diese Flattr-Sache habe ich mich noch nicht eingelesen, aber da ich oft und gerne die Online-taz im Zug lese, möchte ich mich da auch mal gerne erkenntlich zeigen und ab und zu ein paar Euronen flattrn.

Warum aber dieses Gequatsche übers Geld? Man ahnt es schon - ich habe für meinen Blog nun auch eine "Spendenbox" eingerichtet und würde mich über ein paar Münzen im Hut freuen, wenn euch ein Rezept besonders glücklich gemacht hat. Den Button findet man künftig unter jedem Beitrag, man darf sich aber gerne die Augen zuhalten wenn man das zu aufdringlich findet.

Eine kleine Spende macht mich nicht reich (zumal auch noch eine kleine Gebühr abgeht) und den Spender nicht arm, ist aber eine charmante Geste der Wertschätzung - so wie ein zusäzliches Trinkgeld, dass man auf der Untertasse zurücklässt wenn man ein Restaurant mit wohligem Gefühl nach einem guten Essen verlässt. Und es ist für mich natürlich auch noch 'ne Zusatzmotivation, um sich für künftigere Rezepte noch ein bißchen mehr anzustrengen.

Selbstverständlich alles freiwillig nach dem guten alten Swingerclub-Leitsatz "Alles kann, nichts muss". Und wer das alles doof und überflüssig findet und weiterhin lieber alles hier im Blog kostenlos haben möchte..auch das ist vollkommen ok, ich freue mich über jeden Leser, ob zahlend oder nicht;) Man sagt zwar mit Recht "The best things in life are free"...aber der Rheinländer sagt auch mal gerne "Watt nix kost', datt iss' auch nix!" Sucht euch einfach das Passende aus.




Hat es geschmeckt?
Dann freue ich mich über eine Münze in meinem virtuellen Spendenhut. Danke.